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Sehr geehrter Herr Husmann,
vielen Dank für Ihre schnelle und umfassende Antwort.
Ich muss Ihnen teilweise widersprechen: Es ist nicht Sache der Nachbarn, wenn sie "einschüren was geht". Denn es gibt eben nicht nur gute und schlechte Heiztechnik, es gibt auch zugelassene und nicht zugelassene Brennstoffe. Sollten Sie regelmäßig die Vermutung haben, dass "falsch" geheizt wird, steht Ihnen der Weg zum Ordnungsamt offen. Oder Sie sprechen die Nachbarn zunächst darauf an und bieten Ihre Unterstützung dabei an, besser mit Holz zu heizen, so dass weniger Schadstoffe entstehen. Die entsprechenden Tipps geben Sie ja in Ihrem Artikel.
Ihr Hinweis zu Beginn Ihrer Antwort zeigt, dass Sie insofern privilegiert sind, in einem modernen, energetisch hohen Standards genügendem Haus zu wohnen. Das freut mich für Sie, nur ist das nicht die durchschnittliche Bausubstanz. Daher ist es wichtig und richtig, die Wärmedämmung auch im Bestand zu verbessern. Leider verstehe ich aber Ihre nicht näher ausgeführte Kritik an Passivhäusern nicht.
Und der Handel mit illegalem Holz kann ebenfalls kein Argument gegen das Heizen mit Holz sein, denn Illegales gehört durch die jeweils zuständigen öffentlichen Institutionen geahndet und abgeschafft. Sie können doch nicht etwas Illegales heranziehen, um Holzheizungen pauschal zu diskreditieren.
Etwas anders aber doch ähnlich argumentierte neulich ein Kollegen von Ihnen im Zusammenhang mit der Nordstream II. Er bemängelt die Leckagen an den Gasquellen (zu Recht) und kam zu dem Schluss, dass das Gas deswegen der falsche Energieträger zum Heizen sei. Auch hier ist doch nicht das Gas zu verteufeln, sondern die Leckagen. Nur sind die so weit weg, dass es uns meist nicht kümmert.
Ich finde daher schon, dass es einer ganzheitlichen Betrachtung bedarf und es nicht genügt, sich einen Aspekt heraus zu greifen. Sonst kommen wir am Ende zu dem Ergebnis, dass wir gar nichts mehr tun sollten, weder heizen noch mobil sein noch Strom verbrauchen. Denn auch ein Fahrradreifen ist schließlich irgendwann abgenutzt, hat also Kunststoffe in die Umwelt eigetragen und muss anschließend auf den Sondermüll.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Falke