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Sehr geehrter Herr Falke,

vielen Dank für Ihre Anmerkungen!

Ich antworte Ihnen gern und fange hinten an: Ich wohne zur Miete in einem Mehrfamilienhaus, das nach Passivhausstandard gebaut wurde. Das bedeutet, dass permanent warme Luft aus den Wohnungen abgesaugt und dabei eintrömende Frischluft erwärmt wird. Wir müssen nur sehr wenig dazu heißen und tun dies über eine Gasheizung. Die erwärmt auch das Wasser. Meist reichen dafür aber die Kollektoren auf dem Dach. Passivhäuser haben aber auch gravierende Nachteile, finde ich.

Womit sollten wir heizen? Nicht mit Holz, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Neben der Feinstaubproblematik bleibt ja die Frage: Wo sollte das Holz denn herkommen, heizten noch mehr Haushalte damit? Wie lautet Ihr Argument zu den BR-Recherchen, wonach hierzlande offenbar illegal vermarktetes Holz genutzt wird?

Ich stimme Ihnen zu, dass jede Form der Energieversorgung Nachteile hat. An Warmwasserkollektoren auf Dachflächen kann ich aber nichts Nachteiliges sehen. Erdwärme finde ich interessant. Ebenso dezentrale Konzepte, bei denen Gas verfeuert wird, aber nicht nur zur Stromerzeugung. Die Wärme fällt ja ohnehin an, wir sollten sie nutzen. Das geschieht hier, im Norden Frankfurts, auch über Fernwärme, die aus der Müllverbrennung gewonnen wird. Auch das erscheint mir sinnvoll.

Zur Filtertechnik: Diese kostet Strom. Ich muss und möchte meine Quellen schützen, kann Ihnen aber versichern, dass namhafte Experten mit gutem Grund befürchten, dass viele Nutzer so einen Filter vom Stromnetz nehmen, wenn sie die Stromrechnung sehen. Ich gehe überdies noch der Recherche nach und warte auf Antwort vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, und zwar seit zwei Wochen. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Den Beitrag werde ich, sofern noch Informationen folgen, natürlich überarbeiten.

Herr Kachelmann hat meiner Auffassung nach Recht mit seinem Hinweis. Er wählt deutliche Worte, das ist sicher Geschmackssache, aber in der Sache ist es doch nicht einsehbar, dass Menschen, die sich einen Ofen nicht leisten können (und sei es schlicht, weil sie Mieter, nicht Eigentümer sind), sich den Emissionen ihrer Nachbarn aussetezn sollen, die das gemütlich finden. Konkret: In meiner Nachbarschaft sind Häuser, die an besagtes Fernwärmenetz angeschlossen sind. Von sechs Parteien haben zwei einen Holzofen, und am Wochenende schüren die ein, was geht. Man riecht wie nach dem Osterfeuer. Sie werden einwenden: Das ist deren Sache. Ja, das stimmt. Aber es ist Aufgabe von Medien, überhaupt erstmal eine Debatte zu ermöglichen. Warum muss diese Renaissance in dicht besiedelten Gebieten sein, wenn es gravierende Nachteile gibt?

"Kritik gebührt aber überwiegend denjenigen, die nasses Holz oder sogar nicht zugelassene Dinge verbrennen." - Da sind wir uns einig!

Unterschiedliche Feinstaubquellen, unterschiedliche Risiken: Ja, das ist so. Aber 17 Prozent (vermutlich weit mehr, Sie werden es gelesen haben) der PM2,5-Partikel sind doch jederzeit einen journalistischen Beitrag wert. Ich finde auch nicht, dass der dann sofort und parallel einer Einordnung bedarf, welche Feinstaubquellen es noch gibt. Unerwähnt gelassen habe ich dies ja auch nicht.

So, das war nun eine Menge, aber Sie sehen, wir kommen gern ins Gespräch mit unseren Lesern!

Viele Grüße

Nils Husmann