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Die Reportage über die Hobbyarchäologen, die fast ein Dreivierteljahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg in Estland nach Überresten von gefallenen Soldaten, auf welcher Seite diese auch gekämpft haben mögen, suchen und diese dann auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Würde bestatten, ist sehr verdienstvoll. Respekt für die 15 Mitglieder des estnischen Vereins "Kamerad", die sich ehrenamtlich um die Bergung der Kriegstoten kümmern. Deren schwerer, einem Puzzle gleichenden Einsatz kann nicht hoch genug geschätzt werden. - Bei der Lektüre der Reportage bin ich, als von den Motiven die Rede war, die der Arbeit der Hobbyarchäologen zugrunde liegen, etwas über die Formulierung ... "die Faszination für den Krieg" ... gestolpert. Denn kein vernünftiger Mensch dürfte von einem Krieg fasziniert sein. Auch Autor Gero Günther wollte sicher alles andere als Begeisterung dafür ausdrücken. Also keine Faszination.