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Ein wunderbarer Artikel zu einem brisanten Thema, voller Respekt und ohne hinderliche Ideologie geschrieben. Er deckt allerdings auch schonungslos das grundlegende Problem auf: Es fehlt der politische Wille und der Mut einer mächtigen Industrie-Lobby und einer lautstarken gesellschaftlichen Gruppe Kompromisse zu Gunsten von Menschen und einer urbanen Lebensweise abzuverlangen. Die offensichtliche Loyalität des Verkehrsplaners zu seinem Arbeitgeber und die Einschätzuntzung seines persönlichen Beitrags in allen Ehren, was dabei rauskommt, kann man in der Realität als Radfahrer leicht prüfen: Wenig bis nichts! Das beginnt in der Verwaltung wo Jahre lang kein Radverkehrsbeauftragter bestellt wird oder Anträge zur Aufhebung der Benutzungspflicht von unsicheren Radwegen ebenfalls Jahre lang nicht bearbeitet werden können, da das Personal fehlt. Mühsam erstellte Konzepte aus der Stadtverwaltung werden dann in der Politik zerredet, sind mal zu abstrakt mal zu konkret, aber immer wieder zu umfangreich. Aber so ist das nunmal, wenn in einer so grossen Stadt wie München jeder Parkplatz für ein Kfz unter Einsatz des eigenen Lebens verteidigt wird. Wem das jetzt zu hart klingt, der sei auf die Karte der Maßnahmen pro Radverkehr aus dem Rathaus verwiesen (https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Stadtplanun... vom Dezember 2018).
Klar ist, dass - nicht nur in München - Mobilität für alle Menschen ein Grundbedürfnis ist. Wer die verstärkte Nutzung des ÖPNV in einer Stadt wie München für die Lösung hält, soll sich die Verdoppelung der Fahrgastzahlen im MVV, der heute schon über seiner Kapazitätsgrenze operiert, vorstellen. Die beste und flexibelste Lösung für die Wege bis zehn, fünfzehn Kilometer ist das Fahrrad. Dafür gilt es Angebote zu schaffen, damit junge und alte Menschen, schnelle, sichere oder langsame, unsichere FahrerInnen das bewährte, effiziente und fortschrittliche Mobilitätswerkzeug "Fahrrad" im Alltag ganz selbstverständlich nutzen können. Dann werden Verkehrswege und öffenliche Flächen von Blechwüsten zu menschenfreundlichen Lebensadern moderner Urbanität!