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Es zu beschreiben ist überflüssig: das oft aggressiv geladene Klima auf der Straße kann Jeder und jede Verkehrsteilnehmerin täglich erleben. Wie viele Gespräche drehen sich um die alltäglichen Erlebnisse im Stadtverkehr? Können da nicht alle von ihren jüngsten Erfahrungen am Steuer, auf dem Fahrrad oder als Fußgänger unterwegs, ihre Geschichten erzählen, die sie gerade erst wieder erleben mussten? Und immer geht es um die Rücksichtslosigkeit von konkurrierenden Autofahrern, von Fußgängern, die beinahe von wild rasenden Radlern umgenietet wurden oder von akrobatischen Einlagen von schnellen Männern auf röhrenden Motorrädern.
Offenbach, unsere Stadt im verkehrsreichen Rhein-Main-Gebiet, gilt hessenweit als typisches Beispiel für ein besonders raues Klima im Stadtverkehr. Das Kürzel auf dem Kfz.-Kennzeichen ist OF, und die Hessen lesen es als „Ohne Führerschein“, und sehr Böswillige lesen das OF als „Ohne Verstand“… alles dieses generierte bei einigen Leuten, die sich öfter in einem Fahrradgeschäft trafen, die Idee, etwas zu tun, um die Übellaunigkeit und oft auch Bösartigkeit im sozialen Klima der Verkehrsteilnehmer zu überwinden.
Wie wäre es, wenn wir eine Kampagne für verträgliches Benehmen auf der Straße zum Laufen bringen könnten? Es saßen Leute aus 3 Ämtern der Stadt und 3 Vereinen (Radverein ADFC, Fuß e.V. der Fußgänger und die Verkehrswacht) beisammen und sprachen über Flyer, Aufkleber, Plakate usw. sowie über die Finanzierung. Wenn jeder der Beteiligten 500 EUR aufbringen könnte, wäre eine Basis für die Kampagne vorhanden….
Im Frühjahr 2015 startete die Kampagne. Nun, nach drei Jahren, sprechen Viele von einer spürbaren Verbesserung, insbesondere zwischen den Auto- und Radfahrern. Grund genug, um weiter zu machen. Die Kampagne hat auch einen Namen: Offenbach fährt fair. Der Hessische Ministerpräsident Bouffier verlieh ihr den Titel Ort des Respekts.