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Diesen Artikel habe ich mit großer Freude gelesen. Es wurde gut recherchiert und ohne Scheu wurden Themen in einem Land, dessen heilige Kuh das Auto ist.
Einige Bemerkungen seien mir trotzdem erlaubt.

1. Man kann auch Autofahrer per Vernunft erreichen. 2017 verloren in Europa 25300 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. 68 durch Terroristen. Auch Autofahrer sind sensibel, wenn es um Leben und Tod geht. Der Appell an die Vernunft spielt in der Politik eine Nebenrolle. Er sollte aber an erster Stelle stehen.

2. Wir haben gute und hilfreiche Verkehrsgesetze (allerdings geringe Strafen im Gegensatz zur Schweiz). Vieles würde sich bessern, wenn diese Gesetze konsequent durchgesetzt würden. Man rufe die Polizei, wenn einer eine Stunde im absoluten Halteverbot die Straße blockiert oder wenn zwei Halbwüchsige im Kaufhaus einen Lippenstift gestohlen haben und dabei erwischt wurden. Dann erkennt man die Prioritäten.

3. Wenn es um den Autoverkehr geht, negiert der Staat demokratische Grundrechte wie die Gewaltenteilung. Gerichtsurteile werden ignoriert. Wie beschämend ist es, wenn ein Gericht beim europäischen Gerichtshof die Möglichkeit der Erzwingungshaft für den Ministerpräsidenten Söder prüfen lassen muss, weil dieser gerichtliche Auflagen, bei denen es ebenfalls um Leben oder Tod geht, nicht umsetzt.

4. Radfahren ist fantastisch. Das mache ich lebenslang und das ist in meinem Fall sehr lange. Aber auch für Radfahrer gelten die Verkehrsregeln. Ich wohne im Zentrum von Landshut und weiß genau, wovon ich rede. Fußgängerwege sind für Fußgänger da und für Radfahrer bis zum 8. Lebensjahr. Mit welcher Rücksichtslosigkeit diese Regeln (ungeahndet) missachtet werden ist ungeheuerlich. Das ist genauso schlimm wie das Verhalten der Autofahrer. Vor meiner Wohnung gilt Tempo 30. Dies wird nur in Ausnahmefällen eingehalten. 40 bis 50 ist die Regel. Wenn es der Verkehr erlaubt, werden 60 und 70, in Einzelfällen auch mehr gefahren. Kontrolliert wird nie. (Wenn einmal jährlich verstärkt auf deutschen Straßen kontrolliert wird, informiert man die Autofahrer vorher, wo sie aufpassen müssen, um nicht erwischt zu werden. Der Staat missachtet das Grundgesetz, in dem auch etwas von seiner Verpflichtung für die Gesundheit seiner Bürger stehen soll.)

5. Umfragen zum Autoverkehr (genauso wie zum Klimawandel) sind im Grunde wertlos. Da sind immer große Mehrheiten für vernünftige Lösungen, die sie in der Realität mit Füßen (Gaspedal) treten. Die Wahrheit, was die Mehrheit der Wähler, denen wir die für die Schwerverletzten und Toten verantwortlichen Regierungen verdanken, was diese Wähler denken, erfahrt man auf diese Weise nicht.

Trotz meiner kritischen Anmerkungen: Vielen Dank für Ihren Artikel.