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Die größte Naturkatastrophe, die wir jährlich erleben, ist der Winter. Kein Witz!

Pflanzen werfen ihre Blätter ab, fallen in einen dem Koma ähnlichen Zustand, stellen die Arbeit ein. Im nächsten Frühjahr müssen sie Blätter erneut erzeugen. Mühselig. Ein ineffizentes Hin und Her, den widrigen Umständen geschuldet. Tieren geht es draußen kaum besser. Sie halten notgedrungen Winterschlaf oder Winterruhe. Vögel und andere Tiere finden kaum Futter, viele verhungern. Wenn das keine Naturkatastrophe ist!

Ackerbau kommt zum Erliegen. Was unwortverdächtig als „Erholung“ der Ackerscholle bezeichnet wird, ist schlichte Notlage.

Was kostet uns die Katastrophe, die wir undramatisch Winter nennen? Fangen wir mit dem Heizen an, ohne das wir erfrieren würden. Unsere Klimazone ist sowieso nicht für uns geeignet, wie der Mensch von Natur aus auf die Welt kommt. Die Kosten für den Brennstoff sehen wir auf dem Bankkonto. Aber vorher müssen Heizungsanlagen in die Häuser eingebaut sein sowie Platz für die Lagerung von Brennstoff, weswegen weniger Platz für anderes übrig bleibt. Und die Haus-Wärmedämmung! Dann noch die jährliche Heizungsinspektion, Kaminfeger, behördliche Auflagen… Alles kostet!

Die Straßen. Sie müssen vom Schnee geräumt werden. Zweimal im Jahr müssen die Reifen gewechselt werden, einmal Sommer, einmal Winter. Gefährlich bleibt es trotzdem besonders im Winter bei Glätte. Mehr Unfälle mit Personen- und Blechschäden, Massenkarambolagen. Streusalz nagt an Unterböden und Karosserie, ökologisch präferierte Streumittel wie Stein-Split machen den Unterbodenschutz kaputt. Besonders wirksam, wenn man anschließend auf Streusalz fährt.

Da sind die kommunal betriebenen Freibäder, die im Winter unproduktiv in der Gegend herumstehen und dem Stadtkämmerer nichts von der Schuldenlast nehmen können, fast schon Nebensache. Auch städtische Parks sind ungemütlich bis unbenutzbar. Wer will den Schnee auf den Bänken schon mit seinem Gesäß auftauen?

Sicherlich ist hier noch nicht alles aufgeschrieben, warum der Winter eine Katastrophe ist – gefährlich für Mensch, Flora und Fauna. Immer eine kleine Eiszeit. Das Klima ist einfach zu kalt.

Dies sollte auch ein Hinweis sein, wie sehr sich unnatürlich naturkonservierende Politik und politisierende Religion vom praktischen Alltag aber auch vom Verständnis der Natur entfernt haben. Wer die Natur konservieren will, handelt ihr zuwider. Er tut etwas, das die Natur allein nie getan hätte.

Man sollte Angst vor Führern haben, die den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, sich dafür in ein anderes Katastrophenszenario hineinsteigern, das nur auf unsicheren Langzeitprognosen über das sehr komplexe, kaum korrekt zu erfassende Klimageschehen beruht… und damit Angst machen wollen. Angst lähmt. Wir sollen in Angst erstarren und das nüchterne Denken beenden. Soll das menschlich sein, gar Religion? Oder doch das, wonach es aussieht, nämlich ein Einsperren der lebendigen Menschheit -und- der Natur?

Ist es die Polarisation, die Aufwiegelung und den Streit wert, die immer aggressiveren Demonstrationen zu Ungunsten der Schulbildung bei gleichzeitgem Dünkel des perfekten Klimawissens, das man den Jugendlichen eingetrichtert hat, und daraus resultierender, eindimensionaler, ergo vermeintlicher moralischer Überlegenheit aus reduziertem Natur- und Lebensverständnis – während in Wirklichkeit kein akutes Problem vorliegt, das Sofortmaßnahmen unerlässlich macht?

Was machen wir eigentlich, wenn uns die Sonne, sagen wir in 30 oder 50 Jahren, unvorhersehbar eine abnehmende Energiemenge liefert? Heizen wir dann die Atmosphäre künstlich, damit das Klima sich nicht ändert? Und welchen Sinn macht heutiger Klimaaktionismus unter dieser unbekannten Voraussetzung?

Nur ein Tipp: Man kann sich auch eine andere Beschäftigung suchen, wo man nicht letztlich unnötig an Menschen herumpfriemelt.