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Darf ich mich einmischen?

…und fragen, wer hier schon mal eine Seele wahrgenommen hat? Man muss doch sehr aufpassen, dass keine Extrapolation der Phantasie, eine Projektion von thematisch Gängigem auf Anderes unterläuft.

In der Bibel habe ich vergeblich einen Hinweis auf Seelen bei Pflanzen und Tieren gesucht. Falls ich etwas übersehen haben sollte, haben sie dort in Relation zum Menschen jedenfalls keine wesentliche Rolle gespielt, die sie aber hätten spielen müssen, wenn sie hier wie dort derselbe Stoff der Schöpfung wären.

Wenn wir schon mal beim Thema sind, theoretisch über Seele zu diskutieren: Warum nicht auch in Stein? Macht die Biologie, bestehend aus mehr oder weniger komplexen Molekülen in ihrem Zusammenspiel, tatsächlich eine Seele? Wird Seele gar durch die Biologie erschaffen?

Damit bin ich beim Punkt: Kirche sucht seelisches Leben mittlerweile in biologischen Systemen und macht aus Biologie eine Religion. Die Klimafrage gehört als Cofaktor mit zu diesem Komplex.

Obwohl Natur sich auch ohne Mensch ständig bewegt und wandelt – und nur deshalb LEBT. Man sollte diese philosophische Logik ernst nehmen. Nur tote Mumien werden mit Balsam konserviert. Die Wege zu Leben und Tod sind verwechselbar.

Die Kreisläufe der biologischen Natur sind ziemlich kurzfrequent und werden langfristig durch überlagerte, irreversible Trends zerstört, während andere, neue Zyklen entstehen können. Diese Natur in einem bestimmten, heutigen Zustand konservieren zu wollen, ist unnatürlich.

Nichts gegen Schonung und behutsamen Umgang. Man darf auch Tiere, Pflanzen, Wasser, saubere Luft und Steine mögen und dafür dankbar sein. Aber man sollte es nicht höher aufhängen als man es kann. Der Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen zuliebe. Es gibt auch keine Vorschrift, dass man etwas zerstören muss, nur weil es keine Seele hat.

Es muss allerdings auch nicht so weit gehen, dass der Mensch unnötig leidet. Religion ist niemals Sache unnötiger Strafen. Der Menschenliebe wegen, und weil man Menschen grundsätzlich etwas gönnt, zumal man selber nicht der Herr über andere Menschen ist, der darüber zu bestimmen hat, was jemandem (begrenzt) zu gönnen ist. An dieser Stelle kann sich Kirche und jeder, der sich für einen guten Menschen hält, ruhig ein paar Gedanken extra machen.

Ich habe vor längerer Zeit einmal gelesen, dass der Wald für die Indianer Nordamerikas heilig war. Nicht gesagt wurde, dass es an den Bäumen und anderen Pflanzen lag. Möglich ist auch, dass in der Ruhe des Waldes etwas zu spüren war, das keinen materiellen Anker hatte…

Kennen ist etwas anderes als darüber zu reden oder sich eigene Vorstellungen zu machen.

PS
Ich habe verstanden, was mit dem „Theologentrick“ gemeint war. Nun, ich möchte Theologen nicht pauschalieren. Interessant ist allerdings, dass Theologen trickverdächtigt werden. Allzuviel vermitteln können sie offenbar nicht mehr. Das muss früher mal Jahrhunderte lang anders gewesen sein, sonst wäre nichts Großes daraus geworden. Aber wenn sie sich jetzt mehr auf Biologie konzentrieren, der zeitgeistigen Politik nachlaufen und sie sogar überholen wollen…