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Hr. Lüdke,
erst einmal vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie persönlich sich die Mühe gemacht haben, wirklich!
Ich überlege gerade, wie sinnvoll eine online geführte Diskussion um die wissenschaftlichen Standards eines sich so schnell entwickelnden Forschungsfeldes ist, zumal ein so hoch emotionales. Ich weiß nicht, ob das weiter führt in der Frage, was nun insgesamt die beste Umgangsweise mit Transempfindung (verzeihen Sie mein Nichtwissen im Gebrauch der Sprache des Feldes) bei Kindern und Jugendlichen ist. Ich fürchte, das würde in ein immer längeres Hin- und Her von Links zu wissenschaftlichen Artikeln, begleitenden Publikationen und Medienkommentaren und Bewertungen von Pro- und Kontraseite der Diskussion führen, in der schnell der Überblick verloren geht.
Deshalb würde ich ungern die große Menge an Material, die zu sichten und zu bewerten ist, hier hineinposten und bewerten. Ich denke, das würde im Gegenzug dann zu einer von Ihrer Seite kommenden Korrektur meiner Bewertung des Materials führen, und dann verlören wir uns womöglich in gegenseitiger Beschuldigung, die Forschung misszuverstehen (die sich ja nicht so einig ist, wie sie selbst sagten).
Stattdessen möchte ich Folgendes vorschlagen: Ein persönliches Gespräch, in dem ich von Ihnen lernen kann. Sie haben sich, da bin ich sicher, deutlich intensiver mit dem Thema auseinander gesetzt als ich. Ich möchte auch nicht davon ausgehen, dass ich als zwar wissenschaftlicher, aber doch in dem spezifischen Feld unerfahrener Student so einfach das Forschungsfeld bewerten kann. Nicht zuletzt finde ich ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht (oder ein solches auf digitale Weise) einfach natürlicher: Man ist nicht versteckt hinter der Anonymität der Tastatur (bzw. nur ich aktuell) und ist den Emotionen und Gedanken des Anderen direkt ausgesetzt.
Ich möchte die Sache gerne besser verstehen. Natürlich habe ich bereits eine Meinung zu dem Thema, die, wie ich meine, auch wissenschaftlich untermauert zu sein scheint (Sie lautet: Skepsis bei der Diagnose und vor allem dann bei einer Transition mit auch biologischen Komponenten wie Hormonen und letztlich Geschlechtsumwandlung noch im Alter der Reifeentwicklung). Aber eine Meinung kann sich ändern, und auf der Suche nach Wahrheit schadet nichts mehr, als sich zu sicher zu sein. Ich weiß, dass ich vieles nicht weiß. Deshalb meine Frage nach einem Gespräch!
Ich möchte ganz deutlich sein: Mir liegt die Sache bestimmt aus dem gleichen Grund am Herzen wie Ihnen: Dem Menschen willen (in diesem Fall Kindern und Jugendlichen), die wir lieben wollen, so wie Jesus Christus uns geliebt hat. Wenn das der gemeinsame Ausgangspunkt des Gesprächs ist, bin ich sicher, dass dabei gar nichts Schlechtes herauskommen kann.
Mit freundlichen Grüßen!