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Entweder wissen Sie es nicht oder halten es für unwichtig: In der DDR gab es nicht das antiquierte Ehe und Familienrecht, das bis 1977 in der „alten“ BRD existierte, und die unsäglichen Paragraphen 175 und 218 wurden in der DDR viel früher als in der „alten“ BRD abgeschafft. Dass in Darstellungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 von westdeutschen AutorInnen die „alte“ BRD immer mit „Deutschland“ gleichgesetzt wird und man aus Ignoranz oder politischem Kalkül Vorzüge der DDR-Gesellschaft (z.B. im Hinblick auf Frauenrechte, Vereinbarkeit von Familie und Beruf u.a.) unterschlägt, zählt zu den Dingen, die für viele Ostdeutsche empörend sind. Nach der Vereinigung wurden wir von den westdeutschen Kolleginnen als „Ost-Muttis“ bespöttelt, weil sie mit Neid sahen, dass wir Familie, Kinder und Beruf vereinbaren konnten. Ja, es gab auch Ehescheidungen, vielleicht sogar mehr als in der „alten“ BRD, denn die berufstätige Mutter, die selbstverständlich einen Kindergartenplatz hatte, war nicht auf Almosen des Gatten angewiesen. Nun, genug mit meiner Psychokatharsis …