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Immerhin in dieser Hinsicht schafft die Evangelische Kirche Gleichberechtigung: weder Frauen noch Männer dürfen ihr "Kirchenparlament", die EKD-Synode, wählen und die der meisten Landeskirchen auch nicht. Auch hundert Jahre nach dem Ende der Obrigkeitskirche nicht. Auch deshalb bewegt sich da nichts und ist das EKD-Establishment sogar noch weiter von seiner Basis entfernt als die SPD.
Und dann 13 Jahre Kanzlerin einfach mal unter den Tisch kehren? Und wo bleibt der Aufschrei des Feminismus nach Freiburg? Alle a-phon?
Schon in den 80ern hatten die Soziologen Peter L. Berger und Brigitte Berger, analysiert, dass, was die fundamentalistischen Eiferinnen des Feminismus wollen, nicht ist, was Frauen wollen.
Deshalb hatte Donald Trump auch eine so große Anzahl an weiblichen Wählern.
In der jetzigen sich tribalisierenden Gesellschaft, nach Maggie Thatcher, Frauke Petry und Marie LePenne ist dieser Kampfruf aus den späten 60ern nur noch nostalgischer Kitsch.
Mit reaktionären Folgen - es sind mehr rechte als linke Frauen, die im politischen System Erfolg haben. Auch weil die SPD bis auf die Knochen ein Macho-Partei bleibt und die Grünen noch nie links waren.
Und die Evangelische Kirche halt immer nur an andere Forderungen stellt, statt die Frauenunterdrückung auch mal im interreligiösen Dialog zu thematisieren oder selbst demokratischer und partizipativer zu werden. Aber so lange das weibliche Kirchen-Establishment seine Ämter für eine Flasche Rotwein oder den bequemen Sessel in einer Grünen Stiftung tauscht und weder Hannah Arendt noch Marianne Weber rezipiert, müssen wir evangelische Christinnen uns halt woanders für Frauen stark machen.