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Zustimmung! Bis auf?
Nahezu Allem kann man zustimmen. Gebete geben Halt. Aber Punkt 4 ist, auch wenn er noch so richtig ist, nach meiner Meinung doch zu sehr Wunschdenken. Denn bisher und auch künftig wird leider das tägliche Kotelett jeden Wettlauf gegen die Aussicht auf das schönste Dessert im Paradies gewinnen. Und sollte es tatsächlich einmal zu "Nöten" kommen, dann werden absolut zuverlässig alle menschlichen Schwächen die Oberhand gewinnen. Weder ist eine Erziehung noch eine Überzeugung vererbbar. Jede Generation ist gezwungen, sich alle Erfahrung neu zu erarbeiten.
Und auch der moralische Anspruch ist leider nur relativ. Denn genau die von unseren linksliberalen Eliten und Meinungsführern vorgegebenen hochmoralischen Ansprüche, mögen sie noch so berechtigt sein, werden uns von einem großen Teil unserer Nachbarn als typisch deutsche Bevormundung vorgehalten. Unsere Moral-Werte sind im persönlichen, besonders im familiären Bereich, unverzichtbar. Aber im europäischen, noch mehr im globalen Miteinander gelten Regeln, die sich jeder gewohnten bürgerlichen Moralvorstellung entziehen. "Die grün-christliche Verzichtsmoral" ist von der Sache her unersetzlich. Leider folgen ihr die weltweiten menschlichen, gesellschaftlichen und politischen Schwächen und Ziele nicht. Genuß und Verzicht sind feindliche Eigenschaften. Der "Krieg" zwischen ihnen hat als Sieger nicht die Vernunft. Und nicht zuletzt: Alle Religionen und Ideologien haben schon immer versucht, sich die Umworbenen durch Umschulung, durch Almosen und Versprechungen gefügig zu machen. Es ist nicht gelungen. Und erst recht nicht in der eigenen Organisation. Nicht mal ansatzweise. Man muß deshalb nicht Pessimist sein. Realist bis hin zum Possibilist macht das Leben erstrebenswerter als die Verzweiflung über die Moral der Anderen.