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Ich möchte Herrn Weitz für seinen erfreulich klaren Beitrag danken. Es ist immer sehr unbefriedigend, wenn die moralisch anständigen Menschen, zu denen wir alle doch wohl hoffentlich gehören wollen, sich nicht ganz sicher sind, wer die Guten und wer die Bösen sind.

Beim Klima ist das jetzt endlich klargestellt. Die Verbraucher sind die Bösen. Ist ja auch logisch. Würden alle PKW-Fahrer, alle Omnibuslenker und alle Trucker ihre Fahrzeuge einfach stehen lassen, gäbe es keine klimaschädigenden Abgase. Wo soll da noch eine Frage offen sein?

Und warum sind wir Verbraucher so böse? Auch dafür erteilt der Artikel die glasklare Antwort: Der Eigennutz macht uns böse. Auch dem kann wohl nicht widersprochen werden. Würde keiner von uns mehr irgend etwas wollen, wäre das Klima gerettet.

Also, liebe Verbraucher: Tut Buße und schnallt den Gürtel enger! Das ist nicht nur sehr christlich, sondern auch generell sehr gern gesehen. Als starker Anreiz für diese vorbildliche Konsumbeschränkung wirkt die überschaubare Höhe gewöhnlicher Löhne und Gehälter. Das soll auf jeden Fall so bleiben und keinesfalls irgendwelchen Änderungen oder gar radikalen Wenden unterzogen werden.

Wo es Gute und Böse gibt, gibt es auch besonders Böse und weniger Böse. Da gäbe es am ansonsten hervorragenden Artikel vielleicht eine kleine Korrektur anzumelden. Je wohlhabender einer ist, um so mehr Kohlendioxid soll er in die Luft blasen. Beim SUV contra Kleinwagen ist klar: Dicker Geldbeutel = Großes Auto = großer Sünder, Tariflohn = Kleinwagen = kleiner Sünder. Der topmoderne Privatjet eines Wohlhabenden verbraucht jedoch weniger Kerosin als der Billig-Ferienbomber zum Ballermann, den wir Normalos verantwortungslos besteigen, nachdem wir schon vorher durch unsere Fahrt zum Supermarkt im Gebrauchtwagen das Klima übel ruiniert haben.

Als langjährige begeisterte Leserin von chrismon sehe ich jeder Ausgabe mit Vorfreude und hohen Erwartungen entgegen. Werden die wie im vorliegenden Artikel sogar noch übertroffen, drängt es mich zum Ausdruck meiner Begeisterung und Dankbarkeit.

Lisa Müller