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Sehr geehrter Herr Weitz!
Den "Hohen Mut" liest man gern, allein es fehlt die Einsicht. Man könnte das Problem auch noch etwas anders formulieren: Das Edle in ewiger Konkurrenz zum Profanen. Wer hat uns wie nach christlicher Lehre geschaffen? Gestern war es die Häresie, der 30jährige Krieg, die Pest, dann kam die militärische Allmacht, das tödlich braune Gezeter, der Kalte Krieg, das Atom, jetzt das Klima und der widersinnige Ressourcenverbrauch. Wir haben nun mal in uns und in unseren Gesellschaften und in jedem einzelnen diese ewigen bipolaren Gegensätze von gut und Böse, von Altruismus und Egoismus, von haben wollen und behalten, von dünn und fett von dumm und intelligent. Erst mit diesen Widersprüchen war die moderne Zivilisation möglich. Und leider funktioniert der angeblich ewige Wohlstandsmotor nur durch diesen Antrieb und dass unsinnige Habenwollen. Wir haben viel, keinen Hunger, der Staat lässt niemanden, der auch will, im Regen stehen. Bei uns ist selbst der Ärmste immer noch wesentlich reicher als die Notleidenden der übrigen Welt. So wie wir wollen alle Anderen auch leben. Wollen wir denen dass zur Befriedigung ihrer Sehnsüchte verwehren? Mit welchem Hochmut wird in letzter Konsequenz das gefordert? Um diesen fatalen Zustand, bzw. die weitere Entwicklung zu beeinflussen oder gar zu verhindern, müssten wir die menschlichen Eigenschaften der ganzen Weltbevölkerung nach unseren Maßstäben gegen deren Willen entscheidend verändern. Das wäre dann auch ein Eingriff in die Schöpfung. Hochwohllöblich aber doch widersinnig. Diesen Plan haben schon alle Religionen und weltlichen Herrschaften gehabt. Sie sind alle kläglich gescheitert. Es hat noch immer das tägliche Kotelett jeden Wettlauf gegen die Aussicht auf das Dessert im Paradies gewonnen. Das ist quasi ein Naturgesetz. Als Reaktion, nicht als Antwort, die nicht möglich ist, hilft nur noch ein positiver Fatalismus. Optimistisch stimmt, dass in der gesamten überschaubaren Vergangenheit die Menschheit immer einen Weg gefunden hat, der letztlich positiv war. Es kütt wie es kütt. Bei den kleinen Kindern und Einfältigen zur Errettung der ganzen Welt die höchsten Erwartungen wecken, in dem man sie auffordert, Kronkorken, Aluverschlüsse und Korken zu sammeln, ist naiv.