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Die Äußerung von Markus Lüpertz „Über Gott steht noch der Künstler !" löste bei christlichen Lesern sicher Empörung aus. Kennt man es doch anders „über Gott steht niemand!'' Aber auch aus künstlerischer Sicht ist sein Statement fragwürdig. Auch künstlerisches Schaffen steht unter Gesetzen, die wir Menschen weder erfinden, noch entfernen können.

Das ist einmal die Polarität, die besagt, dass es die Gegensätze gibt einmalige, einzigartige Gesetze - auf der anderen Seite steht die unendliche, sich nie wiederholende Vielfalt. Man kann deshalb nie sagen wie sich etwas entwickeln wird, sonst wäre es nicht der Gegensatz der einmaligen Einheit. Davon ableitend kann man sich vorstellen auf welcher Seite wir Menschen stehen - auf der Seite der unendlichen Vielfalt, die Freiheit und unsere persönliche Einmaligkeit bedeutet. Diese Situation lässt bei uns Menschen leicht den Eindruck entstehen, wir hätten diese freiheitliche Situation erfunden -haben wir nicht, dieses Gesetz installierte der einmalige, einzigartige Schöpfer -der für uns damit eine Art begleitete „Freiheit" vorsah.

Mit den Farben verhält es sich so: Alle entstehen aus den Spektralfarben , einmalig - hier auch wieder, von uns Menschen angewandt , unendliche , sich nie wiederholende Mischungen .Es gehört natürlich zum Ehrgeiz eines jeden Künstlers, dieses ihm vorgegebene System mit allen Mitteln auszutricksen.

Über die Geometrischen Grundformen sagte Euklid (400J v.Chr)·„Das Alphabet des Universums ist in der Sprache der Mathematik geschrieben und seine Schriftzeichen sind Dreiecke, Kreise und andere geometrische Figuren, ohne die es keinem Menschen möglich ist ein einziges Wort davon zu verstehen.“ Alle Künstler wissen um das sie bestimmende System.

Wenn Markus Lüpertz z. b. Fliegen zeichnet, ohne die Striche schräg, gerade oder rund zu benutzen, dann kann er bei seiner Behauptung bleiben. Aber, auch er kann keines dieser Gesetze neu erfinden oder entfernen. Wir alle stehen in dem uns vorgegebenen System, nie und nimmer außerhalb oder gar drüber! Nie!

Marita Meyer