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Lt. den Herren Grabitz und Knipping ist der Kristallisationspunkt des Problems demnach die Schuldfähigkeit, die dann auch noch, je nach Lebensumstände variabel ist und mit der Argumentationskunst (die beste wird gut bezahlt!) des Juristen ihre Wirkung hat. Soweit kann doch die juristische und menschliche Gutmütigkeit nicht gehen! Fehlt nur noch als Erklärung der Anspruch der "Toleranz der Intoleranz" und dass sich Betroffene auf den Schöpfer berufen, weil sie ohne ihr Zutun so gemacht wurden wie sie sind. Wer nicht schuldfähig ist, ist demnach auch künftig zu allem fähig und "entschuldigt"? Diese "Auswuchs-Argumentation" kann man beliebig fortsetzen, löst aber das Problem nicht. Wer nicht schuldfähig ist, gehört unter Kontrolle. Wer sich absichtlich (Drogen, Alkohol) in eine Situation der verminderten Schuldfähigkeit begibt, ist für die Folgen in vollem Umfang verantwortlich. Oder sollen die Opfer vom Richter gesagt bekommen, "Tut mir leid, die Schuldfähigkeit des Täters war leider eingeschränkt, ich kann ihn nicht angemessen verurteilen, so ist eben das Leben. Es wäre besser für Sie gewesen, nicht gleichzeitig mit dem Täter an einem Ort zu sein". Auch die christliche Nächstenliebe stößt in diesem Fall an Grenzen. Die Juristerei ist eine Gradwanderung, wenn man das Böse für alle überzeugend mit dem subjektiven Begriff der Schuldfähigkeit im Zaum halten will.