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Herr Gabitz doch guten Mutes und edler Gedanken ist, könnte man glatt meinen, das die Bösen gar nicht so bös sind und die Guten nur das Glück hatten, nicht böse zu sein. Sicher, das Gefängnis ist weder ein guter Ort noch eine Quelle zur Genesung. Sehr zum Verdruß der Rachedürstigen. Aber wer "sitzt" kann, zumindest bei uns hoffentlich, nicht auch gleichzeitig noch mehr Schaden anrichten. Würde man den Einsitzenden die Toleranz der nur etwas eingeschränkten Freiheit zukommen lassen und auf die segensreichen Wirkungen von lieben Überzeugungen und Schulungen setzen, wäre bald der Teufel in Gestalt von Gewalt und unerlaubter Mitnahme los. Es wäre vieles noch unsicherer. An das Gute zu appelieren, wenn das Schlechte doch viel müheloser ist, ist naiv. Und die Naivität ist das bequemste Einfallstor für all diejenigen, die glauben, dass das Leben für umsonst zu haben ist. Was aber die Diskussion geradezu unanständig macht, ist das Schicksal der Opfer. Denn sie kommen in der Rechnung überhaupt nicht vor.
Kein Gauner ins Gefängnis, dafür aber sollte er den gesamten Schaden ersetzten und seinen Opfern auch die Operationskosten, evtl. die Rente und den Psychiater bezahlen. Ach so, das ist zuviel verlangt, weil ja in der Regel der Schaden immer weitaus höher als die Strafe ist und die Wiedergutmachung eine noch größere Strafe wäre, als es menschenmöglich ist? Herr Gabitz, ihre christliche Nächstenliebe für die Opfer sollte nicht kleiner sein als für die Täter.