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Als Deutscher, der seit 18 Jahren in den Vereinigten Staaten lebt, aber noch sehr der deutschen Seele nahe steht, kann ich Herrn Grabitz' Ausfuehrungen schlicht nicht folgen. Ich bin entschiedener Gegner der Todesstrafe, und kritisch gegenueber dem amerikanischen Justizvollzug (in Deutschland wuerde ich als Konservativer gelten, in Amerika bin ich mittlerweile ein verachteter "Liberal"). Aber Herrn Grabitz' Gutmenschentum muss auch irgendwann eine Grenze aufgezeigt werden, denn sonst verliert man den im Normalen verorteten Buerger, und handelt sich irgendwann einen Trump ein. "Sie dürfen nicht allein entscheiden, wen Sie wann treffen, mit wem Sie eine Liebesbe­ziehung führen, was Sie arbeiten." Jemand, dem in der deutschen Justiz - und das erscheint aus der Ferne schwer - Feststellung der besonderen Schwere der Schuld attestiert wurde, hat zwangslaeufigerweise einem Mitmenschen genau diese Entscheidungsfreiheiten genommen, denn dieser Mitmensch ist entweder tot oder Zeit seines Lebens ein Krueppel. Der deutsche Gutmensch wie Herr Grabitz ist ein "enabler" von Populisten wie Herrn Trump, und schuldig darin, denn sie argumentieren stets fuer den ueberlebenden Straftaeter, und nie in Erinnerung an das Opfer. Und das letzte was ich meinem Heimatland wuensche, ist ein zweiter Trump.