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Schön, dass Sie etwas geschrieben haben, was ich teile: "Auferweckung ist eben kein UFO." Richtig, der Glaube an die Auferweckung ist nämlich um einiges gefährlicher als der an die fliegenden Untertassen. Weiterhin schön ist, dass Sie sich genau des Arguments bedienen, also des Rechthabe-Modus, um dem Gebrauch des Arguments an den Wagen zu fahren, indem Sie diesen Gebrauch der Rechthaberei bezichtigen. Ob diese meine Bemerkung Dekonstruktivismus an Ihrem Text darstellt, braucht von mir aus nicht weiter erörtert zu werden. Man muss weder die Scholastik, noch den Dekonstruktivismus, noch die aristotelische Logik in Anschlag bringen, um sich über die Auferweckung Gedanken machen zu können.

Sie schreiben: "Wir haben nur die Wirkungsgeschichte." Keineswegs. Wir haben die Tatsache, dass von einem auferweckten Christus nirgendwo etwas steht als in den Evangelien. Das sind Propagandaschriften, die erfreulicherweise auch nicht vorgeben, sie seien etwas anderes als die frohe Botschaft von Christus, also eine Reklameschrift für diesen Glauben. Weiterhin haben wir so manche Erfahrung mit dem Gebaren von Anhängern von verstorbenen Vorbildern. Als Che Guevara 1967 auf Weisung des bolivianischen Präsidenten René Barrientos Ortuño exekutiert worden war, prangten bald darauf auch an deutschen Hauswänden die Glaubensbekenntnisse per Sprühdose "Che lebt".

Glauben Sie, dass Che Guevara lebt?

Da Sie mit dem Kirchenlehrer Johannes Chrysostomos und dessen Aufruf zum Schmausen schließen, noch einen freundschaftlichen Warnhinweis: In seiner Osterpredigt sagt Chrysostomos: "Das gemästete Kalb ist bereit, niemand gehe hungrig von dannen.". Zitiert nach https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Osterpredigt_Johannes_Chrysosto.... Vorsicht, dieses Forum steht unter enger moralischer Überwachung der missionierenden Vegetarier. Wollen Sie Ihre Werbung für die ostkirchliche Variante des Christentums von Anfang an belasten mit einem Konflikt mit den Fleischverächtern?

Ich verkneife es mir, mit einem Che-Guevara-Sprüchlein zu schließen.

Traugott Schweiger