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Ich habe überhaupt nichts gegen Differenzierungen. Wenn Mysterion und Arcanum ein Haar bilden würden und aus gutem Grund zu unterscheiden wären, dann wäre eben eine Haarspalterei fällig. An mir scheitert die nicht.

Mit Freude stelle ich fest, dass Ihre mit Ausrufezeichen versehene Freundlichkeit in der correctio - damit ist im Regelfall der Rhetorik zwar eine Selbstberichtigung gemeint, aber geschenkt - sich genau des Aufzeigens eines Irrtums, eines vermeintlichen freilich, bedient. Sie wollen einen Irrtum in meiner Auffassung von dem, was korrigieren bedeutet, aufzeigen. Ja, so hat Korrigieren zu verlaufen, auch wenn das Aufzeigen des Irrtums selber einem Irrtum unterliegt. Rede und Gegenrede eben, kurzgesagt: Kritik.

Sie schreiben: "Gerne dürfen Sie die Sache mit der Auferstehung für belustigend unglaubwürdig halten, wogegen ich mich überhaupt nicht wehre." Aber ich wehre mich gegen die Vorstellung, die Sache mit der Auferstehung sei belustigend unglaubwürdig. So unbeschwert heiter geht es leider nicht zu, wenn eines der Kernstücke eines weltweit verbreiteten Glaubens zur Sprache gebracht wird.

Sie legen Wert darauf, dass "verblüffenderweise von Zeugen der Auferstehung berichtet wird". Da ist die Verblüffung ganz meinerseits. Wie soll denn etwas bezeugt werden können, was sowieso ein unergründliches Geheimnis jenseits aller Vorstellungskraft und Formulierbarkeit ist? Wenn Zeugen davon berichten, dass sie ein UFO gesichtet haben, kann die Debatte beginnen, was da los war. Wenn das UFO aber von vornherein in einer ganz anderen Liga spielt, kann es auch keine Zeugen dafür geben. Da wird sich das UFO entscheiden müssen, ob es bezeugt oder geglaubt werden will. Beides gleichzeitig passt nicht in einen brauchbaren Angebotskatalog.

Da im kirchlichen Jahreskreislauf nach Ostern immer auch vor Ostern bedeutet, weiß ich nicht, ob ich mit vor- oder nachösterlichen Grüßen schließen sollte.

Traugott Schweiger