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Doch!!!
Leider erleben wir zurzeit viele kriegerische Auseinandersetzungen vor allem in muslimischen Ländern wie Jemen, Syrien, Afghanistan oder in muslimischen Teilen anderer Staaten wie z.B. Philippinen und afrikanischen Staaten. Alle Er-fahrungen haben bisher gezeigt, dass es „uns“ in Europa nicht gelingt, erfolg-reich einzugreifen. Es muss geradezu eine Doktrin werden, dass nicht-muslimische Länder sich vollständig aus militärischen Interventionen in muslimi-schen Regionen heraushalten. Am Ende hassen die Bewohner die „westlichen Ret-ter“ mehr als ihre muslimischen Peiniger. Also auch im Jemen: bitte heraushal-ten, humanitäre Hilfe leisten und diplomatische Wege suchen – mehr nicht.
Auch ich bin für Zurückhaltung bei Waffenexporten, wehre mich aber gegen jeden Versuch, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil irgendwo mit einem deutsche Gewehr oder Panzer gekämpft wird – vielleicht ist es ein Panzer, den wir Saudi Arabien gegen Sadam Hussain oder den Kurden gegen den IS bereitge-stellt haben. Noch nie ist ein Krieg, ein Aufstand oder auch eine Freiheitsbewe-gung nicht begonnen worden, weil es an Waffen gefehlt hat, denn Waffen sind auf dem „Markt“ überreichlich zu haben.
Und noch etwas zu der Erwähnung des „ungesühnten“ Völkermords im ehem. Deutsch-Südwest, heute Namibia: ich (75) und meine Kinder und Enkel haben da keine Schuld, auch meine Eltern nicht. Ich möchte mir von niemandem eine Sip-penhaftung aufreden lassen. Wir haben auch von Schweden keine Sühne für die Verwüstungen im 17. Jahrhundert erhalten. Kolonialismus und koloniale Gewalt waren nicht mehr und nicht weniger Verbrechen als alle früheren Kriege, die um niedriger Gründe wegen von Herrschern geführt wurden.
Vielmehr sollten wir wohlhabenden Europäer allen Menschen, die im Elend le-ben, zu helfen versuchen – auch mit Geld. Wir sollten aber auch selbstbewusst wahrnehmen, dass alle Völker des Südens heute billige Autos, billige Telefone oder billige Photovoltaik nutzen können, deren Entwicklung und Markteinfüh-rungskosten (die „Lernkurve“) durch Konsumverzicht der Industriegesellschaf-ten bezahlt worden ist. Der Norden hat dadurch enorm dazu beigetragen, dass sich die Welt so positiv entwickelt hat – man lese bei Steven Pinker oder Joseph E. Stiglitz nach oder auf meiner Homepage www.politikessays.de/Politik.