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Anny Hartmann und Christoph Butterwege stellen sich eine Gesellschaft vor, in der die Menschen nicht ständig mit (Existenz-)Angst eingeschüchtert werden. Das unterscheidet sie vermutlich von anderen Protagonisten des bedingungslosen Grundeinkommens. Konzernlenker wie z.B. die Vorstands-vorsitzenden von Siemens oder von Telekom vertreten eine andere Interessenlage als Partnerin und Partner im Chrismon-Gespräch. Die aber ist bei der Bewertung ganz entscheidend.
Würde ein bedingungsloses Grundeinkommen so ausgestaltet, dass es der sozialen Situation von Anny Hartmann und Christoph Butterwege entspräche, wäre es nicht finanzierbar, wie man ganz einfach nachrechnen kann. Und dann wurde auch nicht diskutiert, wer denn die Höhe dieses bedingungslosen Grundeinkommens beschließen würde, welchem Druck dieser Entscheidungs-träger ausgesetzt wäre und welche politischen Folgen das hätte.
In den nächsten Jahren werden wir erfahren, zu welchen Schritten in Richtung einer gerechteren Einkommens- und Vermögensverteilung die politisch Ver-antwortlichen bereit sein werden. An ihnen liegt es, die für alle unverzichtbare Krankenversicherung auf ein einheitliches Niveau mit gleichen Beitragssätzen und Ansprüchen für alle Bürgerinnen und Bürger zu führen. Gleiches könnte für die materielle Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Behinderung und im Alter konzipiert werden. Wer hindert die politischen Parteien daran, hierzu Schritte ohne Verzögerung einzuleiten?
Ich könnte mir vorstellen, dass damit auch Anny Hartmann einverstanden wäre. Warten wir’s also ab.