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Sehr geehrte Frau Ott, sehr geehrter Herr Jaussi,

selten habe ich mich so über einen Artikel geärgert wie über den Ihren. Kolumbien gilt unter den Schwellenländern als eines der hoffnungsvollsten wegen der politischen Veränderungen der vergangenen Jahre, die dem Nobelpreiskommitee sogar einen Preis wert war. Vieles bewegt sich dort in die richtige Richtung. Bei einem Besuch vor 2 Jahren war ich vorallem von Medellin beeindruckt. Die von Ihnen geschilderte Bedrohung in der Innenstadt erlebte ich nicht. Auch  nicht in der anschließenden Reise im Land, die ich mit meiner Tochter, die 1/2 Jahr ein Praktikum im Land gemacht hat, alleine, also ohne Reisegruppe unternahm.

Es gibt nach der sehr langen blutigen Vergangenheit sicher noch sehr Vieles sehr lange aufzuarbeiten. Aber als Journalist hätte man sicher auch vieles Positive finden können, das man wenigstens auch mal hätte erwähnen können, neben dem etwas putzig anmutenden Start-up mit den Blaubeeren. Die Förderung von lokalen Agrarprodukten hat sich z. B. auch Exito, der größte Einzelhändler im Land zur Aufgabe gemacht, neben vielen anderen Dingen.

Mir persönlich erscheint Ihr Artikel schon fast so etwas wie Fake News, da total einseitig negativ. Da er ja kein Kommentar ist, sondern als Bericht daherkommt, mache ich Ihnen diesen Vorwurf. Und bin verärgert. Hoffentlich lassen sich Ihre Leser nicht davon abhalten, in dieses wunderschöne Land zu reisen, das nach langem Krieg mit der Farc wieder zugänglich ist. Sogar der deutsche Alpenverein bietet Bergtouren an.

MfG

Sabine Geißler