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Der Bericht „Wenn du nur ein Wort sagst“ macht fassungs- und sprachlos. Es stellen sich so viele Fragen, die nicht oder nur schwer zu beantworten sind: Wie kann ein Erwachsener einem wehrlosen Kind so Bestialisches antun? Wie kann es überhaupt so weit kommen und warum hat niemand etwas bemerkt? Es ist tragisch, dass viele Betroffenen in einen Teufelskreislauf geraten: Sie brauchen lange Zeit, um überhaupt zu realisieren, was ihnen geschehen ist, und es dauert noch länger, bis sie beginnen können, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Dann sind die Taten vielleicht verjährt und die Verbrecher wissen, dass man ihnen nichts nachweisen kann.

Das Einzige, was in meinen Augen solch schlimme Taten und Entwicklungen vermeiden kann, ist eine enge und vertrauensvolle Bindung zwischen Eltern und Kind. Die einzige Chance, sexuellen Missbrauch wie im Fall Lea zu verhindern, wäre gewesen, dass das Kind absolutes Vertrauen zur Mutter oder zum Vater gehabt hätte und die Eltern ihm dann auch geglaubt hätten.

Den Opfern möchte man nur wünschen, dass sie auf irgendeinem Weg doch noch Glück im Leben erfahren, das ihnen zusteht wie jedem anderen Menschen auch.

 
Birgit Kaubisch