Neue Lesermeinung schreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lese regelmäßig Zeitungen, darunter auch die ZEIT und Ihr Magazin. Ich lese mit großem Interesse die Leserbriefe und denke oft, man müsste auch mal an die Redaktion schreiben. Bisher hielt mich meine Bequemlichkeit (leider) davon ab. Jetzt aber ändere ich mein Verhalten und das liegt hauptsächlich am Titelthema des aktuellen Heftes. Ich bin selbst letztes Jahr zum ersten Mal Mutter einer Tochter geworden und weiß um mein noch dünnes Nervenkostüm. Daher wollte ich eigentlich den Artikel nicht lesen, aus Angst vor den eigenen Gefühlen oder aus Selbstschutz. Ich habe es dann aber doch getan. Das Schreckliche bleibt ja trotzdem schrecklich, auch wenn ich es nicht an mich heranlasse!

Jedenfalls hat mich der Artikel von Christine Holch tief berührt und am Ende der Lektüre liefen mir die Tränen übers Gesicht, wie von mir erwartet. Ich empfand Empörung, Wut, Abscheu, aber auch Hochachtung vor dem Opfer. Ein Hoffnungsschimmer bietet das Artikelende ja doch: die junge Frau überwindet ihre Scham, um anderen Opfer Mut zu machen und geht an die Öffentlichkeit. Ich habe den Artikel letzte Woche Donnerstag gelesen und noch heute ist der Text mir so präsent, als wenn es eben erst gewesen wäre. Meinen allergrößten Respekt für die journalistische Leistung Ihrer Autorin! Das Thema auf diese Weise umzusetzen ist ihr grandios gelungen. Diese Arbeit wird ihr (und mir!) sicher lange in Erinnerung bleiben.

Ich bedanke mich sehr und wünsche Ihnen ein schönes Osterfest,

Patricia Korte
Köln