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Mir ging es sehr schlecht, während ich, den Artikel über Lea's Martirium las. Ich bin an sich gegen Rache - ich glaube auch nicht daran, dass Rache irgend jemandem nützt, aber mich überkam eine solche Wut, auf den Onkel des Mädchens sowie die ganze Familie, dass ich mich bei blutigen Rachegedanken ertappte.

Ansonsten sprach mir Natalie von Zadow mit ihrem "Leserbrief" sehr aus dem Herzen. Ich fand die Autorin stellenweise sehr naiv und in der Wortwahl auch teilweise leicht bzw. deutlich "daneben". Dass es in Leipzig der Nachwendezeit sogar ein Kinderbordell gab, ist selbst mir bekannt. In diesem Bordell verkehrten Männer aus der Oberschicht, u.a. auch Richter. Jedenfalls hat man teilweise den Eindruck, dass Lea nicht geglaubt wird und das schmerzt doppelt. Den "Jargon" der Peiniger kann man wiedergeben, damit man auch nachfühlen kann, worum es sich bei der Sache handelt, im Titel hat dieser Satz für meinen Geschmack aber wirklich nichts zu suchen.

Das Verhältnis zu den Eltern, bzw., ob diese überhaupt eingeweiht sind, hätte mich auch interessiert, aber ich denke, dass sie das nicht sind und dass Lea ihre Eltern so stark verdrängt hat, dass sie eben keine besondere Erwähnung wert waren. Schließlich war sie ja als Baby schon ungewollt - das hat es dem Onkel sicher leicht gemacht. Wie schlimm! Wie traurig! Wie abgründig! Mitten in unserer Gesellschaft!

Liebe Lea, falls du das liest, vielleicht kann dir "Anouk Claes" in Zürich therapeutisch weiterhelfen? Vielleicht kann sie dir helfen, ohne dass du in der Therapie alles Unaussprechliche "nocheinmal durchleben" mußt, um die Traumata zu heilen? Ich sende dir eine Umarmung voller Mitgefühl und meine Tränen für dich!

M.