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Sehr geehrte Chrismon-Redaktion,

ich muss und möchte meine Gedanken mit Ihnen teilen und hoffe auf Antworten von der Redaktion und anderen Lesern, da ich bei dem Thema mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht weiß wohin.

Ich muss gestehen, dass ich die aktuelle Ausgabe vom 1. April 2017 nicht lesen konnte. Sie landete gleich im Papierkorb. Der Titel der aktuellen Ausgabe „Wenn du nur ein Wort sagst“ lies mir schon einen kalten Schauer über den Rücken laufen und ich wusste, dass es sich um Kindesmisshandlung und Missbrauch handeln musste. Der schlimmste Alptraum, den es gibt. Seit ich selbst Mutter einer kleinen Tochter bin, ist es mir unmöglich, mich diesem Thema zuzuwenden. Dann las ich doch den Anfang und das Ende dieses Artikels. Weiter konnte ich nicht lesen, um mich vor diesem „Kopfkino“ zu schützen, welches dann wochenlang in mir arbeitet und mich quält. Es ist die Machtlosigkeit gegenüber solchen Grausamkeiten, die mich innerlich erstarren lässt und lähmt.

Ich möchte mich gleichzeitig dafür entschuldigen, dass ich bis jetzt nur von mir geschrieben habe. Damit ist den Kindern nicht geholfen. Sie werden nicht gefragt. Sie erleben diesen Alptraum, werden ihrem Körper und ihrer Seele entraubt und verlieren so oder so ihr Leben.

Was kann man gegen diese Ohnmacht tun? Was kann ich persönlich tun, dass solche Dinge nicht mehr passieren? Welche Ansprechpartner, welche Helferlandschaft gibt es dazu in Deutschland? Was kann ein Bürger tun, wenn er Verdacht auf Kindeswohlgefährdung hat? Die Gesellschaft ist dazu nicht genug informiert. Man wird mit diesen Nachrichten konfrontiert und am Ende allein gelassen. Am besten noch verdrängen und gar nicht lesen. So wie ich. Das ist die größte Katastrophe.

 Mich würde interessieren, wie den Opfern geholfen wird? Was getan wird, diese Verbrechen aufzudecken? Welche Kinder besonders gefährdet sind? Was geschieht mit den Tätern? Welche Ursachen gibt es für ihr handeln? Welche Strafe erwartet sie nach der Verurteilung? Wird genügend in Kindertagesstätten und Schulen über die Gefahren aufgeklärt und wie werden Kinder stark gemacht? Wohin können sich Kinder/Jugendliche wenden, wenn Sie Angst haben und sich der eigenen Familie nicht anvertrauen können? Warum sehen wir nur funkelnde Werbeplakate einer schönen Scheinwelt auf den Straßen und keine Plakate mit mehr Hilfsangeboten? Es muss Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft geleistet werden, die den Menschen Sicherheit gibt, bei Verdachtsmomenten in der eigenen Umgebung zu handeln, um mehr solcher Verbrechen an Kindern im Keim zu ersticken.

Eine unbekannte Leserin

[Der volle Name ist der Redaktion bekannt; Anmerkung der Redaktion]