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Vielen Dank für Ihren sehr authentischen Bericht über sexuellen MB. Als multiple Persönlichkeit kann ich mich dem o.a. voll anschließen. Jahrelanger Missbrauch macht jahrzehntelange Folgen - das ist mein Fazit. Die Täter leben meistens unbehelligt weiter, leugnen ihre Taten und suchen sich oftmals neue Opfer. So schrieb eine Facebooknutzerin, dass sie Zeugin werden musste, wie ein Täter nach abgesessener Haftstrafe mit "neuem kindlichen Opfer" in der ersten Kirchenbank saß und dessen Taufe mitfeierte. Das ist bei Weitem kein Einzelfall.
Die Opfer verschwinden in "aller Stille", ziehen sich zurück, leben isoliert, besuchen Psychotherapien, leiden unter Schmerzen, haben Probleme in nahezu allen Bereichen des Lebens und wählen nicht selten den Freitod.
Natürlich möchte jeder gerne wissen "was in einem solchen Monster" vor sich geht. Zahlreiche Krimis greifen das Thema auf. "Meine Monster" sind: Chormitglieder, Kegelbrüder, Sponsoren, Familienmitglieder, Kollegen, Vereinsvorsitzende, Nachbarn, Kleingärtner, Kirchgänger (geblieben). Unauffällig, gefällig, nett und überaus angepasst. Kurzum, sie fallen niemandem auf und niemand würde vermuten zu welchen Taten sie fähig sind.
Nicht einmal sie selbst: denn weiterhin streiten sie alle Taten ab, fühlen sich weder schuldig noch verantwortlich. Im Gegenteil bin ich der Stachel in ihrem Fleisch, die böse Tochter, die der Familie den Rücken kehrt und sie wären die ersten, die behaupten würden, dass an Vorwürfen nichts dran ist und sie einzig aus meiner blühenden Phantasie entstammen. Kein Einzelfall! So oder ähnlich reagieren Täter vor Gerichten, bei Vernehmungen, etc.; leugnen, abstreiten, das Opfer beschuldigen.
Ich bin froh, dass Sie das Thema in der Chrismon aufgreifen. Viele Christen haben mit dem Thema ebenfalls ihre liebe Last: lieber über dieses und ähnliche Themen schweigen.
Aber bei allem Traurigen darf und will ich nicht vergessen auch zu erwähnen, wie viele "Engel" GOTT in die Traumatherapien entsandt hat. Den Forscherinnen, den Macherinnen und den Verbündeten der Opfer herzlichsten Dank!