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Sehr geehrte Frau Weiß,
 
über den Schutz der Daten und der Persönlichkeitsrechte der PatientInnen habe ich lange und immer wieder mit der leitenden Oberärztin nachgedacht. Auf der Station habe ich von mir aus niemanden angesprochen, wurde aber angesprochen und habe mich dann jeweils als Journalistin vorgestellt, wie Sie auch dem Text entnehmen können (Situation Raucherzimmer z.B.). Ich war bei der Visite der Stationsärztin und der Oberärztin dabei, das waren jeweils große Runden, ich wurde vorgestellt, die PatientInnen hätten mich explizit rausschicken können (was in der Situation natürlich, das sehen Sie sehr richtg, kaum jemand schafft); ich habe mich aber auch jeweils selbst vorgestellt und dazugesagt, dass ich mir die Arbeit der Profis hier anschaue und dass ich keinerlei Namen und Details von PatientInnen nenne. So habe ich es dann auch im Text gehalten. Die PatientInnen sind umfassend verändert. Am Ende haben dann die Oberärztin und die Justiziarin nochmal die Anonymisierung gecheckt. Mehr hätten wir nicht tun können. Sonst hätte ich gar nicht von solch einer psychiatrischen Station erzählen können. Angehörige, die zu Besuch kamen, habe ich übrigens aus Prinzip nicht angesprochen – was mir allerdings von einigen LeserInnen hinterher vorgeworfen wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch