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Das Christentum hat heute nicht mehr den Anspruch, Staatsreligion zu sein. Auch Christen bekennen sich zur Religionsfreiheit in Deutschland. Bis hierher wird mir Frau Käßmann nicht widersprechen. Das bedeutet aber auch, dass der Staat nicht so handeln muss, kann und darf wie ein einzelner Christ, der in seinem persönlichen Umfeld einem Bedürftigen hilft. Denn der Staat muss der ganzen Bevölkerung gerecht werden, und er muss berücksichtigen, dass es das Geld seiner Bürger ist, das er verteilt. Der Staat muss weiterhin die Folgen seines Handelns bedenken. Das sollte der einzelne Christ zwar auch tun, aber die Folgen staatlichen Handelns sind in der Regel viel weitreichender und betreffen Millionen Menschen.

Tatsache Nr. 1: Fast alle sogenannten Flüchtlinge in Deutschland kommen aus einem sicheren Herkunftsland, nämlich Österreich. Ihr Leben ist nicht bedroht.

Tatsache Nr. 2: Den Flüchtlingen wird in Deutschland nicht nur Schutz gewährt (vor den Österreichern?), sondern kostenlose Unterkunft, kostenlose Verpflegung, Taschengeld, kostenlose Deutschkurse, kostenlose Ausbildungsangebote (soweit vorhanden), kostenlose Schulbildung, kostenlose ÖPNV- und Bahnfahrten (in Sachsen sogar kostenlose Taxifahrten!), kostenlose Gesundheitsversorgung, kostenlose psychologische Betreuung. Das alles, ohne dass sie in Deutschland jemals Steuern, Sozial- oder Krankenkassenbeiträge gezahlt hätten. Das sind Milliardenbeträge, die dem deutschen Steuerzahler abgepresst werden; auf Jahre, möglicherweise Jahrzehnte hinaus - also nichts anderes als Diebstahl an der eigenen Bevölkerung. Muss Frau Käßmann an das siebte Gebot erinnert werden? Auch Jesus hat nie dazu aufgerufen, die eigene Wohltätigkeit vom Geld anderer zu finanzieren.

Tatsache Nr. 3: Die Silvesternacht sollte auch den hartnäckigsten Gutmenschen gezeigt haben, dass mit den Migranten (ob sie schon seit Jahren hier leben oder frisch hereingekommen sind, ist nebensächlich) auch Kriminalität importiert wird. Zudem stammen die meisten aus Kulturen, die andere Werte haben als wir, darunter auch solche, die modernen christlichen Werten widersprechen. Wer solche Menschen ungeprüft ins Land lässt, macht sich mitschuldig an den Straftaten, die sie begehen. Ist das christlich?

Nach Frau Käßmann verteidigt nicht die Pegida-Bewegung das christliche Abendland, sondern die „Kultur der Barmherzigkeit“. Diese „Kultur der Barmherzigkeit“, wie sie von der Bundesregierung praktiziert und von Frau Käßmann gefordert wird, wird jedoch das Ende des christlichen Abendlandes sein. Sie ist nichts anderes als eine Kultur der Dummheit, der Unterwerfung und der Selbstvernichtung. Thilo Sarrazin und andere haben schon vor der Flüchtlingskrise vorgerechnet, dass wir alleine durch die unterschiedlichen Geburtenraten von muslimischen Migranten einerseits und Deutschen andererseits in absehbarer Zeit zur Minderheit im eigenen Land werden. Dies wird jetzt noch sehr viel schneller geschehen. Was aber mit Christen und Frauen und der Meinungsfreiheit geschieht, wenn Muslime in der Mehrheit sind, das können wir in jedem beliebigen muslimischen Land der Erde, wenn auch unterschiedlich drastisch, beobachten. Wer von einem demokratischen Euro-Islam träumt, ist – eben ein Träumer. Es waren unter anderem deutsche (!) Islamverbände, die den liberalen Islam-Theologen Mouhanad Khorchide kritisiert und seine Absetzung gefordert haben.

Natürlich kenne ich das Argument: Die Leute fliehen doch vor dem Islamismus! -- Nun, wenn man wirklich nur diese hereinlassen würde, wäre es schon ein kleiner Fortschritt. Aber man lässt auch Terroristen herein und solche, die Frauen vergewaltigen und Christen bedrohen. Und wer schlicht vor Bomben flieht beziehungsweise dann zu den deutschen Rundumversorgern weiterzieht muss deswegen noch lange kein Demokrat und Befürworter unserer Werte sein.

In Saudi-Arabien übrigens, Frau Käßmann, ist nicht nur Alkohol verboten, Frauen dürfen auch nicht Auto fahren. Das hätte Ihnen immerhin einiges erspart. Nichts für ungut – aber wer so hohe moralische Ansprüche stellt, dass er sogar glaubt, über das Geld anderer Leute verfügen zu dürfen, muss auch eine Retourkutsche ertragen.


Dr. Klaus Miehling, Freiburg