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Paul Haverkamp schrieb am 17. Februar 2016 um 16 Uhr 30: "Wenn Sie einen vom Bundesverfassungsgericht geprägten und von mir eindeutig benutzten Begriff in die Nähe der „Wehr“(macht) rücken", dann wäre es angebracht zu überlegen, ob vom Bundesverfassungsgericht geprägte Begriffe sakrosankt sind oder ob sie der Kritik unterworfen werden dürfen. Ich empfehle die Kritik und nicht die Anbetung.
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Als nächstes wäre zu prüfen, ob der Verweis von "wehrhafte Demokratie" auf "Wehrmacht" nur Wortspielerei ist oder einen sachlichen Grund hat. Herr oder Frau Gast hat am 17. Februar 2016 um 14 Uhr 46 dazu bemerkt: "und "wehrhaft" sollte der Deutsche doch damals sein, um gegen das Fremde, Unwerte, Ungesunde vorzugehen." Dieser Hinweis ist zutreffend. Die faschistische Herrschaft erwartete von ihren Untertanen, den Volksgenossen, dass sie sich aktiv stellen gegen alles Undeutsche, den gesunden deutschen Volkskörper Gefährdende, und zwar durch engen Schulterschluss mit der Herrschaft. Der damalige anständige Mensch sollte Feinde der faschistischen Ordnung als seine eigenen Feinde betrachten.
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Sie, Herr Haverkamp, schrieben am 16. Februar 2016 um 19 Uhr 33: "steht für die Entschlossenheit, sich gegenüber den Feinden der freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht neutral zu verhalten, sondern sich zur Wehr zu setzen." Die demokratische Herrschaft erwartet von ihren Untertanen, den freien Bürgern, dass sie sich aktiv stellen gegen alles Undemokratische, die gesunde deutsche Demokratie Gefährdende, und zwar durch engen Schulterschluss mit der Herrschaft. Der heutige anständige Mensch soll Feinde der demokratischen Ordnung als seine eigenen Feinde betrachten.
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Offenbar bedienen sich sowohl die faschistische wie auch die demokratische Herrschaft in diesem Punkt derselben Argumentation. Damit sind die Unterschiede zwischen Demokratie und Faschismus nicht geleugnet, ihre Gemeinsamkeiten aber auch nicht. An einem Ausländerhasser stört mich sein Ausländerhass, nicht seine Gegnerschaft zur aktuellen Herrschaft. An einem Faschisten stört mich seine faschistische Gedankenwelt, nicht seine Unbotmäßigkeit gegenüber der aktuellen Herrschaft.