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Herr Haverkamp; mich macht Ihr Text aggressiv, d.h. indirekte Drohung und Intoleranz, Unterstellungen, die ich nicht verstehen, nachvollziehen kann, allein deshalb, weil es in dieser indirekten Form anonym ist. Finde ich auch gut und wichtig, aber mir scheint, dass Sie Konkretes im Sinne haben, es aber so missverständlich unmissverständlich ausdrücken, .d. ich diffuse Ressentiments wahrnehme, und sie auch so unausgesprochen nicht stehen lassen mag. Worauf auch immer Sie sich beziehen, ich verstehe es nicht.
"Eine wehrhafte Demokratie " ist wie Aufrüstung. Es ist auch ein Fehler, Gewalt einzeln aufzulisten. Sie haben Recht,
dass enthemmtes Verhalten ( siehe " Hassparolen, Asylantenunterkünfte anzünden, Skandieren von Fremdenfeindichkeitsparolen, Aufruf zu Selbstjustiz " ) , keinesfalls geduldet werden darf. Aber ebenso löst die Abwehr in demjenigen Hass aus, der "Wehrhaftigkeit " beansprucht.
Ihr Misstrauen gegenüber einfachen Lösungen ist begreiflich, aber was wäre für Sie, in diesem Falle, eine "einfache Lösung "? Was verstehen Sie darunter ? Oder was glauben Sie in den vorangehenden Texten, falls Sie sich darauf beziehen, herausgelesen zu haben ? Oder meinen Sie radikale politische Lösungen ?
Wer will unseren demokratischen Staat schwächen und warum ?
Das ist nicht meine Wahrnehmung. Ganz und gar nicht, ich sehe vielmehr Verwirrung, Unsicherheit, und glaube nicht, dass die Demokratie hier ernsthaft bedroht ist. Der gesellschaftliche Frieden aber ist bedroht, und darüber lohnt es sich zu reden. Ich finde, dass der rechte Rand nur erstarken konnte, weil die Mitte selbst zu stark geworden war, zu intolerant, ZU WEHRHAFT, s.d. sich feste Fronten gebildet haben. Wenn selbst die Kirche, über den Köpfen der Menschen handelt, bleibt kaum eine Wahl für diejenigen, die ausgeschlossen werden.
Wen meinen Sie mit " Führungsclique" ?
Wer will die Demokratie schwächen ? Diese Ängste sind verständlich aber sie gehören nicht real in unsere Zeit, und sind ein Relikt aus der Vergangenheit. Ähnlich deuten Sie es selbst an, Herr Haverkamp. Diese Ängste sind es auch, die die meisten Menschen bewegen, und dem rechtsradikalen Rand den Zulauf sichern.
Wer gewalttätig wird, ist aber mit Argumenten nicht zu erreichen, deshalb glaube ich auch, dass darüber sehr viel mehr geredet werden muss, damit es gelingen kann, die Zauderer und die Gewaltbereiten zu unterscheiden.
Wir müssen unsere Emotionen in Worte fassen, um sie kennen zu lernen, und gegebenenfalls zu beherrschen, denn sonst beherrschen sie uns.
Insofern, danke für Ihren Beitrag und auch Frau Kässmann für den sehr mutigen Schritt, ihre Verständnislosigkeit zu äußern.
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Politisch, ist "Wehrhaftigkeit" irreführend.