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Typisch Deutsch! So jedenfalls wird es uns im Unterton von Frau Käßmann und anderen missionarischen Linksintellektuellen eingeflüstert. Und dann kommt noch das großzügige Angebot der liebevollen Gesprächsbereitschaft. Zum Hören braucht es einen Ort, die Ohren, die Bereitschaft zum Zuhören und auch noch die Fähigkeit zur Objektivität. Wenn Letzteres vorhanden, wird die Diskussion meist unnötig. Und was den Ort betrifft, etwa in der Kirche im Rahmen einer Predigt? Wenn schon der eigene Anhang nicht kommt, dann sollen die anderen Zweifler erscheinen? Schon mal davon gehört, dass in allen westlichen Demokratien der linke und rechte Extremanteil immer mindestens 10 bis 20% der Wähler erreicht? Der Beitrag von Frau Käßmann ist ein einziger Beweis für absolute Weltfremdheit. Sie müsste doch wissen, dass es weltweit wohl kaum einen noch zivilisierten Ort gibt, in dem es ihre Vorstellung der christlichen Nächstenliebe in Form eines unvoreingenommenen Miteinanders gibt. In anderen Ländern sieht es wesentlich böser als bei uns aus. Schon mal die Ghettos in den USA, in Frankreich, Indien und anderen Länder gesehen? Es gibt nicht nur die räumlichen Ghettos. Die psychischen und kulturellen Ghettos sind häufig viel entscheidender. Von wegen typisch Deutsch! Selbst die christlichen Religionen fühlen sich ja im vom Konkordat betonierten Ghetto sehr wohl. Um gewählt und anerkannt zu werden, ist es für die Politik und die Religionen unabdingbar, sich beliebt zu machen. Wenn alle Überzeugungsstricke reißen, wird das auch mit Versprechungen gemacht, die nie einzuhalten sind. Das ist das Problem, dass auch Frau Käßmann nicht lösen können wird. Das Problem sind die unausrottbaren menschlichen Schwächen. Nur durch Bildung sind die zu lindern. Aber dann haben wir wieder das Problem der Ohren, Orte und der Bereitwilligkeit. Es gibt Probleme, die nicht zu lösen sind.