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Liebe Frau Schmidt,

das künstliche Koma traumatisiert den Menschen leider über lange Zeit - auch ich habe deswegen weiterhin mit Ängsten zu kämpfen - auch noch 6 Jahre danach.

Ich glaube an die heilsame Kraft des Redens. Mit Freunden/Familie. Aber unbedingt auch mit einer Psychologin/einem Psychologin. Es ist manchmal leichter, diese Sachen mit einem Außenstehenden zu besprechen, der zugleich Experte ist und konkrete Tipps geben kann, welche Sachen dem Traumatisierten helfen können.

Ich möchte mir hier nicht anmaßen, die Situation Ihres Sohnes zu beurteilen, aber die Hinzuziehung von pychologischer Hilfe wäre sicher hilfreich. Vielleicht wäre auch die Hinzuziehung eines Neurologen/einer Neurologin sinnvoll??

Viele Menschen haben immer noch Ressentiments gegenüber Psychologen.
Ich sehe das pragmatisch:
Wenn mir eine Zahnfüllung rausgebrochen ist, gehe ich zum Zahnarzt.
Wenn ich unter einer Angststörung leide - hole ich mir psychologische Hilfe.
So what?

Sie schreiben, Ihr Sohn habe das Vertrauen in die Medizin verloren.
Das dürfte der eigenen Heilung eher im Wege stehen. Sicher, es gibt gute Ärzte und schlechte Ärzte.
Es ist leider eine lebenslange Herausforderung, die guten, engagierten, verantwortungsvollen Ärzte zu suchen und zu halten!
Und es gibt viele gute Ärzte, man darf nur nicht aufgeben.

Alles Gute für Ihren Sohn!
M. Koch