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Auch ich kenne Menschen, die durch die Hoffnung auf die Auferstehung Trost erfahren. Für mich ist sie Vertröstung.
Der Hinweis darauf, dass es irgendwann einmal gut werden wird und Gott schon irgendwie weiß, warum all das Böse passiert, nimmt mein Leiden nicht ernst. Den Tod eines Kindes, die Hoffnungslosigkeit in einem Flüchtlingslager.
Mein eigener Tod selbst macht mir dabei weniger aus als seine Folgen: dass ich Leid bringe zu Menschen, die mich lieben. Leid, das sich nicht so einfach trösten lässt.
Sie meinen, dass man nur genug glauben muss, und schon kann man das Leid überspringen? Ich kenne Menschen, die genau das meinten - und sie sind daran zerbrochen.
Deshalb kann ich mit Fulbert Steffensky viel mehr anfangen: "Die Liebe zum Leben bringt Feuer und Wasser zusammen: die harten Fakten und die gerupfte, aber nicht erschlagene Hoffnung. Die Liebe zum Leben lässt sich nicht durch falsche Stimmigkeit betören. Sie wird nicht zynisch und sie bleibt nicht blind." Der Glaube an die Auferstehung kann zynisch sein, weil er blind ist für das Schöne und Schreckliche des Lebens und eine seltsame Nähe zur Liebe zum Tod hat. Hoffnung ist auf dieses Leben ausgerichtet. Noch einmal Steffensky: "Hoffen lernt man auch dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge... Hoffnung ist der Widerstand gegen Resignation, Mutlosigkeit und Zynismus."
Was nach meinem Tod kommt, lege ich getrost in die Hände Gottes.