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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen, vor allem, weil dieses Thema in einem christlichen Magazin veröffentlicht wird. Ich habe dazu einige kritische Anmerkungen und würde mich freuen, wenn Sie meine Gedanken veröffentlichen könnten.

Das Motto von Frau Hennings Job Wie man Liebe macht hat etwas Irreführendes an sich (Chrismon 08/2015 S.22-25). Der Artikel vermittelt mir den Eindruck: Es geht hier doch nicht in erster Linie um sexuelle Liebe , sondern um Methoden zum Gewinn maximaler Lust. Dabei steht nicht das Du, die personale Gemeinschaft im Vordergrund, sondern das Ich, das möglichst Intensives erleben will. Es handelt sich also mehr um einen Egotrip, bei dem der Partner vor allem Mittel zum Zweck ist. Das kann wirklich bis zum Kotzen (Spermaschlucken) gehen. Ein sexuelles Verhalten, das nur von der Gier nach Lust getrieben ist (Orgasmen vor dem Computer!) hat nichts mit Liebe zu tun,  kann aber  die Liebe zerstören. Ich vermisse in diesem Artikel diese kritische Unterscheidung. Sie wäre hilfreich vor allem für junge Menschen, die sich um die sexuelle Liebe bemühen.

Chrismon ist doch eine Zeitschrift, die etwas mit dem gelebten christlichen Glauben zu tun haben will. Welche Orientierung findet in diesem Artikel ein Christ, der in der Nachfolge Christi seine Sexualität gestalten will? Ich erkenne keine. Im Gegenteil: es wird hier der Eindruck erweckt, als ob man mit seiner sexuellen Lust geradezu drauf losleben dürfe. Kein kritisches Wort dazu von Prof. Dabrock und Frau Henning.  Da hat die Bibel, die für einen Christen Orientierung gibt, in diesem Fall der Apostel Paulus, schon Genaueres zu sagen. Er lebte in einer Gesellschaft, die sich in ihrer Sexverfallenheit kaum von der heutigen unterscheidet. Paulus hat den Mut, jeden Sex, der nicht in eine Beziehung der verlässlichen Liebe eingebunden ist als Irrweg zu benennen, der in das Unheil führt. Darüber hinaus schreibt er noch: Denn über eines müsst Ihr Euch im klaren sein: Keiner der ein unmoralisches Leben führt, sich schamlos verhält, hat ein Erbe im Reiche Christi und von Gott zu erwarten (Eph 5,5,nach NGÜ). Ich bedauere, dass Prof. Dabrok, der doch als christlicher Theologe dazu berufen ist, den biblischen Lebensweg aufzuzeigen, so wenig Substantielles für eine christliche Gestaltung der Sexualität zu bieten hat.

Dr. Gerhard Steigerwald, Nürtingen