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Sehr geehrte Redaktion,

Ihr Maiheft über die Kriegserlebnisse der Soldaten der Roten Armee und auch die "Begegnung" ist ein wichtiger Beitrag, der die Verantwortung meiner Nachkriegsgeneration betrifft, die wir von unseren Eltern, wenn sie nicht geschwiegen haben, noch sehr viel erzählt bekommen haben.
Tatsächlich ist es unsere Pflicht so viel wie möglich darüber weiter zu erzählen. Wie viele authentische Berichte über nie geheilte Wunden aber wird es noch geben?

In diesem Zusammenhang möchte ich das in diesem Jahr 2015 erschienene Buch von Sinda Dimroth, Das große Verschweigen, empfehlen. Sie beschreibt ihre Familie, die zwei Weltkriege erlebt hat. Ihr Vater ging mit psychotraumatischen Störungen in die Zeit nach 1945 hinein. Als Jüngste von vier Kindern hat sie das heftig erlebt. Glücklicherweise konnte sie ihren Vater kurz vor seinem Tod davon überzeugen, seine Kriegserlebnisse auf Tonband zu sprechen. Auf diese Weise ist Verschwiegenes doch noch ans Licht gekommen.

Das Buch ist wertvoll für alle, die nichts von ihren Eltern über den Krieg hörten und sicher auch für unsere nächste Generation, die in heutigen Zeiten der vielen Kriege, sich diese nur schwer vorstellen kann.