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Sie sollten als christliches Magazin bedenken, dass die Rote Armee die Militärmaschinerie eines gänzlich atheistischen Staates war, in dem Christen aller Konfessionen systematisch deportiert und ermordet wurden. Unter Stalin wurden bis 1936 sämtliche Klöster und fast alle Kirchen zerstört oder umfunktioniert. Die Soldaten der Roten Armee waren nicht nur Opfer, sondern begangen entsetzliche Verbrechen im In- und Ausland, u. a. beim Überfall auf Ostpolen 1939/40 (Stichwort Katyn) und bei der Besetzung der späteren Ostblockstaaten. Auch nach dem Krieg hat diese Armee in ihren "Bruderländern" selbst friedliche Erhebungen blutig niedergeschlagen und jede Demokratisierung verhindert. Deshalb empfinde ich es als pietätlos, wenn Sie einen derart mit Orden behängten Ex-Soldaten der Stalin-Diktatur - der Millionen Menschen zum Opfer fielen - auf der Titelseite Ihres Magazins abbilden. Passender wäre m. E. eine Zivilperson christlichen oder jüdischen Glaubens gewesen.
 
Thilo Clavin, Lüneburg