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So ist es. Stillkind oder gar Stillling statt Säugling. Dann folgt sofort die Genderfrage, ob (das) Stillkind oder (der) Säugling nun weiblich oder männlich ist und wie man denn weiblich zu beiden Begriffen sagen soll. Vorschlag: Die Stilling, dass könnte dann sowohl die Mutter als auch der weibliche Säugling sein. Genug dieses Schwachsinns.

Ich habe den Eindruck, dass speziell aus dem protestantischen Norden (ich komme von dort und kenne den Süden recht gut) diese bohrenden Zweifel um alles und nichts kommen. Darüber lacht dann der größte Teil des Südens.

Man wird mir vehement widersprechen, aber das muß man aushalten können:

Ist vielleicht doch die unterschwellig vorhandene protestantische Sucht der Weltverbesserung die wahre Ursache solcher Ansprüche? Und bis hin zur Selbsterniedrigung permanent bei sich nach der vermeidbaren Schuld zu suchen, statt hierfür auch einmal an die naturgegebenen und nicht veränderbaren menschlichen Schwächen zu denken? Zugegeben, diese Volte ist nicht in jede Denke zu bekommen. Aber schon mal darüber nachgedacht, dass in der deutschen Kultur der Norden die Schützenfeste und der Süden den Karneval und die Lebenslust hat? Wer sich getroffen fühlt ist nicht gemeint. Deshalb wäre der Nockherberg in München im Norden wohl auch kaum denkbar.

Es ist wohl schon so, dass der Protestantismus traditionell (nochmal, wer sich getroffen fühlt ist nicht gemeint) eher für den Ernst des Lebens und die Ideale zuständig ist, während der Katholizismus mit dem Gasthaus neben der Kirche die Lebensfreude nicht vergisst. Auch die protestantischen Enklaven/Exklaven in Württemberg bestätigen nur diese Annahme. Denn auch aus deren Pfrarrhäusern kamen nicht wenige der ersten forschen ideelen Weltverbesserer. Diese Beobachtung, die bis in die politischen Parteien greift, ist auch in der Literatur zu finden. Dieses alte Erbe ist zwar durchlässiger geworden, aber der Hintergrund zieht noch immer seine Fäden.