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Lieber Herr Brummer,
 
“Sieben Wochen ohne Runtermachen” ist Ihr Artikel überschrieben. Das ist ein schöner Vorsatz, der gleichermaßen uns selbst gut tut und dem Gegenüber.
 
Wenn es ans vermeintliche Gegenteil, das Loben geht, dann wird jedoch deutlich, daß wir uns noch im selben Denksystem befinden. Lob und Tadel kommen beide aus der Haltung “Ich beurteile Dich.” Wir erheben uns über den anderen Menschen und geben ungefragt Kommentar. “Du bist ... so und so”. Auch die scheinbar bessere Lösung, zu loben, ist immer noch eine top-down-Kommunikation.
 
Was Sie wahrscheinlich eher beabsichtigen, ist, eine Brücke zwischen gleichwürdigen Menschen zu schlagen. Das tun wir in unseren besten Momenten, wenn wir von uns selbst sprechen und dem Gegenüber: “Wenn ich Dich sehe, freue ich mich an Dir, denn ich finde Dich so schön, lebendig, mir geht das Herz über...” In der Anerkennung, wie Sie das “Lob” auf Seite 57 viel treffender nennen, steckt  wunderbarerweise die Erkenntnis. Wir erkennen, daß sich in uns etwas regt. Wir erkennen das Einzigartige im Gegenüber. Und wir sprechen es aus.
 
Das sind gute Momente im Leben. Jeden Tag ein paar davon!
Ich freue mich immer, wenn das neue Chrismon kommt, und danke Ihnen und der Redaktion von Herzen für Ihre Arbeit.
 
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Ahrberg
Supervisorin & Coach
Kassel