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Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Interview mit Frau Mühe möchte ich einige Anmerkungen machen:

1. Cadmium gelangt nicht nur über Phosphatdüngemittel in den Boden sondern auch über die Luft , Kompost u.a.. Den lieben Gott vergessen Sie dabei auch, der hat uns das Problem nämlich beschert ( der Mensch verteilt diese Bescherung teilweise zwangsweise)

2. Kunstdünger ist negativ belegt und die Wahl dieses Wortes läßt darauf schließen, daß Sie nicht informieren sondern Stimmung gegen die Düngung ( Versorgung von Pflanzen mit Nährstoffen) machen wollen; richtig wäre mineralischer Einnährstoffdünger.
Ohne die Anwendung dieser Düngemittel würden wir heute hungern.

3. Phosphat wird praktisch  nicht aus dem Boden  ausgewaschen ( abhängig von Bodenart, Niederschlägen u.a.), das gilt auch für Cadmium.

4. Der Versuch Böden mit Pflanzen (Chinaschilf) zu entkontaminieren ist schon in den achtziger Jahren probiert worden also nichts Neues.
Bei den Versuchen ist es dann auch aus verschiedenen Gründen geblieben.
Warum soll man "nicht verfügbares" Cadmium mit Bakterien erst pflanzenverfügbar machen?
Es ist sinnvoller Flächen mit erhöhten Cadmiumgehalten , neben einer pH-Wert- Erhöhung , einer anderen Nutzung ( z. B. Aufforstung, nachwachsende  Rohstoffe u.a.) zuzuführen.

5. Der Aussage über die  Verbrennung der Pflanzen und der Wiedergewinnung von Cadmium aus der Asche kann ich auch nicht so zustimmen. Ist das Cadmium in der Asche oder ist Cadmiumchlorid vielleicht  flüchtig ?

Ich glaube , dass viel passieren muss ( wenn alle Alternativen ausgeschöpft sind), damit das Verfahren angewendet wird.
Eine ökonomische Betrachtung wurde bei diesem Gespräch leider komplett vergessen.

Alles Gute

Peter Rieß