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Die Humorlosigkeit der Kommentare ist schon ein wenig verwunderlich und in ihrer Massivität auch ein wenig bestürzend.

Natürlich hat der Bericht Schwächen. Schwächen die dem Setting der '"Versuchsanordnung" geschuldet sind und die die Autorin m. M. nach hätte besser herausarbeiten können und vielleicht sollen.
Ein Rollenspiel das munter zwischen karnevalesker Travestie, Genderhumbuk und dem nicht schlecht beobachteten Chargieren mit "dicker Hose" mancher präpotenter Männer wechselt, ergibt kein schlüssiges Bild. Diese Ambivalenz gibt der Artikel durchaus ganz gut wieder. Der Erkenntnisgewinn geht für die Teilnehmerinnen einerseits und für die Leserinnen und Leser andererseits aber leider eher gegen Null.
Man soll ja nicht spekulieren, aber ich tue es jetzt doch mal. Ich vermute mal der "Kurs" wurde mit einer Erwartung eines vertieften Erkenntnisgewinns gebucht. Die Behauptung was er alles leisten kann und erklären soll, ist ganz schön beeindruckend und weitreichend. Das alles konnte er, hier nachlesbar, aber eben nicht erfüllen. Der starke Auftritt eines verkleideten Fliegengewichts z. B. kann niemanden darüber hinwegtäuschen, daß es im Ernstfall eben doch in einer niedrigeren Gewichtsklasse unterwegs wäre und den Kürzeren zöge. Wie ist aber die Erfahrung, das ein nicht verhuschtes Auftreten andererseits doch dümmlich übergriffiges Verhalten Anderer reduziert, zu werten? Wie mit dieser Erfahrung umgehen? Darauf hat die betroffene (stark verunsicherte?) junge Frau immer noch keine Antwort.
Mein spekulatives Fazit zum Artikel lautet also, daß die Autorin aus der nicht wenig ärgerlichen Erfahrung, über den Tisch gezogen und veräppelt worden zu sein, das Beste zu machen versucht. Ich halte das nicht für den schlechtesten Weg. Ein launiges, kleines Abenteuer war es schließlich doch.