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Vor anderthalb Jahren war das Thema Sexismus der große Debattengegenstand, es wurde viel über diesen Begriff diskutiert, aber am Ende war man sich einig, daß die Verbreitung von unzutreffenden negativen Stereotypen über Frauen oder Männer Sexismus sind. Dieser Artikel ist, wie schon die meisten vorherigen Kommentare anmerken, eine Ansammlung negativer Stereotypen über Männer und daher eindeutig sexistisch. Davon können auch einige relativierende Sätze im Text nicht ablenken, auch nicht die Behauptung, man propagiere hier nur die "Freiheit", daß Frauen lernen, sich genauso abstoßend wie Männer (sic!) zu benehmen.

Nun ist dies der gefühlte 100.000e Artikel, der Zerrbilder von Männern präsentiert und negative Stereotype aufwärmt. Inhaltlich hat man diese Zerrbilder so oft serviert bekommen, daß man das ganze unter dem Schlagwort "Alltagssexismus" verbucht und sich angeödet fühlt (und an der Stelle Verständnis für die Frauen entwickelt, denen auf der Straße ständig plumpe Anzüglichkeiten serviert werden). Daß Sexismus gegen Männer eine lange Tradition hat, ist spätestens sei den Publikationen von Christoph Kucklick (insb. "Das verteufelte Geschlecht", http://www.zeit.de/2012/16/DOS-Maenner/komplettansicht) ins öffentliche Bewußtsein gerückt. Insofern ist das eigentlich Überraschende an diesem Vorfall, daß heute überhaupt noch so ein Artikel geschrieben werden kann. Dazu noch von Personen, die Nächstenliebe als ihren zentralen Wert predigen.

@Karin E. "Kein Mann sagt so etwas wie "Püppi". Das ist ein Lesbenausdruck."
Danke für den Hinweis, man lernt nie aus. Ich kenne keine Männer, die in einem derartigen Tonfall mit einer Bedienung reden würden, kann mir aber auch nicht vorstellen, daß irgendein Mann diese Bezeichnung benutzt.