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Der Artikel ist sehr interessant und Aussagekräftig, zeigt er doch sehr schön die Entstehung von Rassistischen-, Sexistischen- und sonstigen menschenfeindlichen Mustern.
Männer sind natürlich negativ belegt. Selbst Ihr Aussehen ist negativ, fettige Männerzöpfe, aber auch sonst lässt der Artikel kein gutes Haar an Männern, die Nasepopelnd, als Arschlöcher sich raumeinnehmend irgendwo hinfletzen und Püpi einen Espresso rufen.
In einem Kommentar der sich zurecht über dieses Männerbild mokiert schreibt die Redakteurin dazu:
„Bin ich als Zuschauerin deshalb beleidigt, fühle ich mich als Frau verächtlich behandelt [von der Drag Queen]? Nein. Denn ich weiß: Damit ein Mann öffentlich als Frau durchgehen kann, muss er Klischee-VORSTELLUNGEN bedienen. Also sich so verhalten, dass andere Leute sagen: Das ist eine Frau, denn ein Mann würde sich niemals in dieser Weise benehmen und bewegen.
Ziel des Workshops war es, Frauen für ein Wochenende zu ermöglichen, sich in der Stadt mal als Mann zu bewegen. Das geht nur, wenn die verkleideten Frauen tatsächlich von den anderen Leuten als Mann wahrgenommen werden..“
Das sind also die Klischee-Vorstellungen einer christlichen Redakteurin von Männer in der heutigen Zeit. Widerlinge, wie sie selbst schreibt. Natürlich sind nicht alle Männer so, man hat ja auch nichts gegen Männer, man ist schließlich Verheiratet. Ähnlich dem Homophoben der immer von seinem schwulen Freund erzählt ehe er seine homophoben Äußerungen startet. Denn bezeichnend ist, das man genau dieses Männerbild darstellen muss, wenn man als Mann durchgehen will. Klischee-VORSTELLUNGEN halt, bei denen JEDER Mensch an Männer denkt.
Interessant ist jedoch, dass die Redakteurin ihren eigenen Artikel nicht verstanden hat, denn bereits auf der ersten Seite schreibt sie, dass die Initiatorin dieses Workshops nach einem Fotoshooting als Mann auf die Straße ging, ohne irgendwelchen Klischee-Vorstellungsquatsch einzuüben, einfach so. Und? Es hat funktioniert. Somit scheinen Männer also nicht anders zu sein als Frauen. Doch das kann die Redakteurin mit ihrem Männerbild nicht sehen, zu sehr ist sie von ihrer Ablehnung Männern gegenüber getrieben. Ebenso scheint sie es nicht nötig zu haben den Lesern, selbst im Kommentarbereich empirische Zahlen für ihr negatives Männerbild nachzuliefern. Das kann sie auch nicht, denn es existiert so nicht! Natürlich sind diese Männer existent, genau so existent wie die übergewichtige leggenstragende Hausfrauen, die übellaunig und ebenso Breitbeinig durch die Welt ziehen.
Doch dies ist natürlich nicht die Klischee-VORSTELLUNGEN die die Redakteurin von Frauen hat, denn Frauen sind natürlich anders, sie sind zügewendet, immer freundlich und zurückhaltend damit man sich Wohl fühlt in ihrer Nähe, einfach nett. Fettige Frauenzöpfe scheint es in der Welt der Autorin nicht zu geben. Mann kann sich vorstellen wie die Autorin durch die Stadt geht und bei jedem Männerpferdeschwanz der fettig ruft, genau, so sind Männer. Die tausend gepflegten und rasierten Männer, die ihr die Tür aufhalten, sie zuvorkommend behandeln, sieht die Autorin genau so wenig wie der Nazi die netten und freundlichen, gutintegrierten Ausländer. Er sucht in ähnlicher Weise nach Bestätigung für seine Klischee-VORSTELLUNGEN, auch er berichtet uns von Asylbetrügern und von Kriminellen, auch hier ist sein Ausländerbild gleich dem Männerbild von Frau Holch.
Natürlich gibt es diesen Workschop gendergerecht auch für Männer, die sich einmal als Frau fühlen wollen. Hier wird dann eben das Bild der guten Frau vermittelt, es wäre mal interessant ob hier jemand die übellaunige Chantal aus Marzahn spielen darf, die eben nicht dem Klischee-VORSTELLUNGEN der Autorin und der Kursleiterin entspricht. Ich wette nein!
Doch einige Erkentnisse kann man schon aus dem Artikel ziehen, nicht nur zur Analyse von Rassismus, sondern auch sonst birgt er einige Punkte:. So ist z. B. Olga gerne mal als Mann unterwegs, weil sie die „Bewertungen“ von Männern aus dem Weg gehen möchte. Stephanie Weber findet dass Männer sehr einsam sind, denn:
„Die Männer guckten nur kurz, damit sie nicht als schwul gelten. Und die Frauen guckten nur kurz, damit ihr Blick nicht etwa Interesse signalisiert.“

Somit vermisst Stephanie genau die Blicke der Männer (und Frauen) denen Olga gerne aus dem Weg gehen würde. Und was lernen wir daraus? Jeder Jeck ist anders, eine ganz neue Erkentniss, die ein Mensch der alles in Schubladen einteilen muss, sicherlich sehr neu und verstörend findet!
Wir lernen nichts darüber wie es ist ein Mann zu sein, brauchen wir auch nicht, können wir auch nicht, denn das Männerbild von Holch ist so betoniert, das auch hier nur ihre ureigenen Klischee-VORSTELLUNGEN heraus kommen, auch diese natürlich ohne das eine empirische Untersuchung diese stützen…
Ebenso ist interessant dass aus einer Beobachtung eines Mannes auf der Strasse für einen kurzen Moment auf seinen Charakter geschlossen wir, denn man kann nicht wissen wie dieser Mensch z. B. am Abend bei seiner Familie ist, sie wissen nicht, ob ein Mann der Abends seine Katze zuhause hat, weil seine Frau in der Gallerie und die Kinder in den USA sind, diese nicht doch vermisst. Die Autorin zieht aber diese Schlussfolgerungen durchgehend.
Somit hat dieser Workshop genau einen Zweck, ein negatives Männerbild zu vermitteln, während der Workshop a Woman for one Day genau das Gegenteil vermitteln soll. Somit hilft er nicht dem Erkenntnisgewinn, sondern betoniert genau die Vorurteile die die Organisatorin vermitteln möchte. Sowas in einer Christlichen Kirche die sich der Nächstenliebe verpflichtet sieht, ist nicht nur unerträglich, es ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Christen!