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Johannes Schmidt schrieb am 2. Juli 2014 um 17:33: "Schade. Ich dachte, wir kommen jetzt zum Kern der Diskussion, nämlich der Frage, ob es tatsächlich der Kapitalismus ist, der das Klima versaut oder eher unschöne menschliche Charakterzüge." Bei dieser von Ihnen erfreulich klar formulierten Frage sind wir doch schon laufend. Damit wir auch weiter schön bei ihr bleiben, dürfen wir eben nicht ausweichen auf Spekulationen über irgendwelche anderen Gesellschaften. Also streiten wir weiter darum, ob es eklige Zeitgenossen sind, die sich laufend schwer daneben benehmen und die Luft verpesten, oder ob das zum Zwecke der Kapitalvermehrung ablaufende Wirtschaften die Ursache darstellt.__________________________________
Zitat: "Tja, da müsste man bei Michael Bilharz vom Umweltbundesamt mal nachfragen". Nein, da muss man nur genau hinhören und lesen, was engagierte Prediger der Verzichtsmoral explizit hinschreiben und dabei gedanklich laufend voraussetzen._____________________________________________-
Zitat: "und zur Benutzung eines Waschlappens raten will". Dieser Rat muss nicht erteilt werden. Der ergibt sich aus den sonstigen erteilten Ratschlägen. Bloß da läuft der moralisch hochstehende Zeitgenosse in die nächste Aporie. Den Lappen muss er regelmäßig waschen. Welches Waschmittel? Kernseife? Alles ökologisch höchst problematisch! Jetzt stellt also der umweltbewusste Verbraucher des Jahres 2014 fest, dass er aus Charakterschwäche nahe daran ist, die Gewässer zu versauen. Dabei wollte er doch gerade nur seiner Verantwortung der Luft gegenüber nachkommen._______________________________
Zitat: " Wenn man mit dem Fahrrad fährt statt mit dem Auto, spart man dermaßen viel Energie ein, dass die eine oder andere Packung Klopapier auf jeden Fall drin ist." Darauf warte ich schon lange: Auf jedem Blatt Klopapier prangt der Aufdruck: Nur für Radfahrer! Welche unschönen menschlichen Charakterzüge waren es denn diesmal, die die Einkaufszentren auf der grünen Wiese wachsen ließen, schlappe 10 Kilometer von der Wohnung entfernt? Waren das nicht stinknormale kapitalistische Kalkulationen, die zum Verschwinden wohnortnaher Geschäfte führten? Welche dunkle Seiten der menschlichen Seele sind denn die Ursache dafür, dass man überhaupt aus dem Haus muss, um ans Klopapier zu kommen? Auf Hochglanzpapier, also zum Zwecke der Analreinigung völlig ungeeignet, gedruckte Werbung für günstiges Klopapier und politische Parteien gelangt ungefragt bis zum Briefkasten. Das hat also nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern mit Charakterschwäche des Briefkasteninhabers?