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Klimawandel (oder -katastrophe) als Interessengegensatz - einverstanden. Ich bestreite allerdings, dass das Kapital Interessen haben kann. Genau so wenig kann Geld arbeiten, ich habe gerade in meinem Portemonnaie nachgesehen, da wird weder gearbeitet noch werden dort Interessen artikuliert. In meinen Augen können immer nur Menschen Interessen haben und verfolgen. Menschen, die dann auch Verantwortung für ihre Handlungen tragen. Geld oder Kapital ist ein Mittel, ein Werkzeug in den Händen dieser Menschen. Ihre Rede von den Interessen des Kapitals führt zu einer Abstrahierung und Diffusion von Verantwortlichkeit. Ich würde gern konkreter fragen: Trägt auch der Bankkunde, der gern 8% Zinsen pro Jahr auf seine Einlagen bekommen möchte (selbstverständlich risikolos), Verantwortung für schädliche Produktionsprozesse? Ist er Teil dessen, was Sie als Kapitalismus bezeichnen? (Meiner Meinung nach ja.) Wie ist es mit dem Möbelhaus-Manager, der seine Regale aus Tropenholz bauen lässt statt aus heimischem Holz, weil er damit die Rendite noch um ein paar Prozent steigern kann? Wie ist es mit dem Kunden, der das Regal kauft, ohne zu fragen, wo das Holz herkommt und ohne darüber nachzudenken, ob er schon wieder was Neues braucht? Das sind alles Individuen, die das große Rad am Laufen halten.
Mich würde nun einmal interessieren, wie die Produktionsweise aussehen soll, die Sie sich vorstellen. Mir fehlt bisher die Vorstellungskraft, dass es möglich sein soll, den normalen Bürgern all ihre Konsumwünsche zu erfüllen, ohne dass die Belastungsgrenzen des Klimas überschritten werden.