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Danke für Ihre Antwort! Ich sehe den Knackpunkt in Ihren Gedanken in folgendem Satz: "Es wird aber jedermann gezwungen, alles was er braucht oder haben will, als Waren der herstellenden Betriebe und des nachgeschalteten Handels zu erwerben."

Das stimmt nur für die erste Kategorie (Dinge, die man braucht). Bei der zweiten Kategorie (Dinge, die man haben will, aber nicht braucht) hat jeder die Möglichkeit, auf den Einkauf ersatzlos zu verzichten. Wer "braucht" zum Beispiel eine Kreuzfahrt? Eine nette Sache mag es sein, aber man kann wohl kaum sagen, dass die jemand braucht. Also hätten alle Kreuzfahrtbucher die Möglichkeit, darauf zu verzichten. Folge: Die Kreuzfahrtbranche würde verschwinden und die damit verbundenen (erheblichen) Umweltschäden.

Aber auch bei der ersten Kategorie gibt es viele Abstufungen: Man kann manche Dinge selbst herstellen oder reparieren, man kann Gebrauchtes kaufen, man kann zwischen verschiedenen Herstellern wählen (und nein, die sind nicht alle gleich - IKEA vs. Möbeltischler).

Noch etwas: Es liegt im Wesen der Moral, dass sie keinen Zwang ausüben kann, sondern nur an das Gewissen appelliert. Sonst hätte man keine moralischen Normen mehr, sondern Rechtsnormen.