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Von keiner Orts- und geringer Sachkenntnis getrübt, bleibt sich Frau Dr. Käßmann in ihrer Sicht auf Afghanistan treu. Allerdings: Die Bundeswehr in die Tradition der kaiserlichen Armee des Jahres 1914 zu setzen, zeugt entweder von Bösartigkeit oder geradezu bestürzender Ignoranz. Da ich ihr Ersteres nicht unterstelle, empfehle ich ihr dringend, sich sachkundiger zu machen, bevor sie sich ein solches massenhaft verbreitetes unsägliches Urteil erlaubt.

Als einer von zigtausend deutschen Soldaten, die Afghanistan waren und sich für die Afghanen eingesetzt haben, weiß ich - anders als von Frau Dr. Käßmann (im pluralis majestatis?) formuliert - sehr wohl, wie sie zu uns stehen. Sie wissen sehr wohl: Nicht die Soldaten und zivilen Helfer in Afghanistan haben versagt. Sondern all die (Nicht-)Regierungsorganisationen, die - anstatt ihren dringend benötigten nicht-militärischen Beitrag zum Wiederaufbau zu liefern - die Leistung Anderer lediglich aus der Ferne kommentieren.

Ich frage die ehemalige Bischöfin und Protagonistin der evangelischen Kirche: Was haben Sie für den Frieden in Afghanistan gemacht, außer ihn den Afghanen zu wünschen?

Mit freundlichen Grüßen
Martin Schelleis