Neue Lesermeinung schreiben

Früher sagte man, Andersartigkeit sei eine Strafe Gottes. Wofür sich Gott als Schöpfer selbst strafen sollte, bleibt dabei ein ewiges Geheimnis des finsteren Mittelalters. Alle die sich äußern glauben, den Mainstream zu vertreten, wollen aber auf keinen Fall wahr haben, dass die große Mehrheit, die sich nicht äußert, ganz anderer Meinung sein könnte. Wer ihnen widerspricht, wird sofort mit der Keule der Intoleranz, der puren menschlichen Bösartigkeit und des unchristlichen Gedankengutes belegt. Man kann gut reden, wenn man auf der sicheren Seite des eigenen Kindes ist und so tun, als ob einem jede Andersartigkeit des Kindes nichts ausmachen würde. Die gleichen Personen vor die theoretische Alternative gestellt, lassen dann ihren naiven Idealismus schnell fahren. Anders sein ist Natur, ist natürlich, aber ist anderssein auch in jedem Fall normal ? Man muß nicht immer krampfhaft für sich nach der eigenen Normalität suchen. Nicht "normal" zu sein kann auch ganz schön anstrengen. Es ist typisch für die wehleidige Wohlstandsgesellschaft, dass man alles relativiert. Das geht solange, bis nichts mehr übrig bleibt, was Richtschnur sein könnte.