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Das Septemberheft des „Chrismon“  beginnt mit einem Artikel über die „ Gender-Idiologie“ : „ Weder Mann noch Frau“.  Wie bei  allen Presseveröffentlichungen  kann man davon ausgehen, dass die Redaktion das ihr wichtigste Thema stets voranstellt. Die zur Zeit äußerst aktuelle Diskussion über das „Familienpapier“ der EKD findet jedoch erst in der Mitte des Heftes ihren Niederschlag. Der Redaktion liegt es also offenbar am Herzen, den Lesern zuerst die „Gender-Ideologie“ nahezubringen; mit den Gedanken zum Familienpapier kann sich der noch weiter-blätternde Leser ja erst später beschäftigen.

Die Reihenfolge:  Erst „ Gender-Ideologie“, dann das Familienpapier stellt die augenblickliche Situation der evangelischen Glaubenswelt geradezu auf den Kopf. Denn das Familienpapier hat eine theologische Auseinandersetzung entfacht, die bis an die Grundfesten evangelischen Glaubens rührt und noch lange nachwirken wird.

Allerdings kann dieser provozierenden Voranstellung der „Gender – Ideologie“  eine Rechtfertigung von anderer Seite zu teil werden:  Denn wenn es gelingen sollte, im Laufe der Zeit die „Gender-Ideologie“ in die Gesellschaft und damit auch in die evangelische Gemeinde einzuschleusen, dann ist eine Diskussion über den Wert und die Zukunft der Familie ohnedies nicht mehr nötig und das Familienpapier ist hinfällig. Denn die „Gender-Ideologie“ strebt die absolute Gleichheit von Mann und Frau an, ebnet alle Unterschiede ein und biologische oder verwandte Bindungen lösen sich auf. Das Ende einer solchen Entwicklung ist in dem Buch von Huxley „Schöne neue Welt“ nachzulesen.

„Gender-Ideologie“ contra Familienpapier der EKD   in einer christlichen, evangelischen Zeitschrift! Man meint, den Beginn  des Unterganges unserer christlich, abendlichen Kultur geradezu zu spüren.